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Nachricht vom 11.01.2026
Region
Top-Bedingungen für die Skigebiete im Westerwald: Frühester Saisonstart seit 20 Jahren
Die Skigebiete in der Region freuen sich über den Winter: Auf den Pisten liegt natürlicher Schnee, die Besucher kommen von Nah und Fern, Probleme an den Anlagen gab es bislang keine. Jetzt hoffen die Betreiber, dass es so weiter geht - und es geben Tipps, wann sich ein Besuch am ehesten anbietet.
Der Skihang in Wissen (Foto Ski-Club Wissen)Region. "In dieser Saison hatten wir den frühsten Saisonstart seit über zwei Jahrzehnten", freut sich Markus Jung, Vorsitzender des Wintersportvereins Salzburger Kopf. Der WSV betreibt das Skigebiet in Stein-Neukirch, inklusive Skilift, Snowtubeanlage und natürlich Schlittenpiste. Mitte der Woche konnte Jung bereits auf neun Saisontage zurückblicken, über das Wochenende vom 21. bis 23. November sei man beim WSV in die Wintersaison gestartet, berichtet er. "Grundsätzlich sind wir bisher sehr zufrieden, da wir dieses Jahr sehr gut auf den natürlichen Schnee zurückgreifen können und somit unser gesamtes Vereinsangebot zur Verfügung stellen können." Auch bei der Öffnung der Ski- und Snowtubeanlage gab es keinerlei Schwierigkeiten zu beklagen. Jung ist optimistisch, dass die Bedingungen in diesem Winter weiterhin gut bleiben für Wintersportler und Hobbyrodler: "Die aktuellen Prognosen stimmen uns äußerst zuversichtlich, dass wir dieses Jahr vermutlich die 20 bis 30 Saisontage schaffen können." Dafür hoffen Jung und die anderen Vereinsmitglieder des WSV weiterhin auf kalte und beständige Bedingungen, um den Betrieb weiterhin aufrechterhalten zu können. Doch auch "kleine Wärmeperioden können wir dieses Jahr glücklicherweise durch eine technische Schneeerzeugung abfangen. Wir haben die Anlage dieses Jahr zu Erprobung gemietet und bisher sehr positive Erfahrungen sammeln können."

In den vergangenen fünf bis zehn Jahren sei der Besucherandrang stetig gewachsen, erzählt Jung. Dies merke man vor allem daran, dass in den umliegenden Regionen meist sehr wenig bis gar kein Schnee mehr liege und es die Menschen dann zum Salzburger Kopf in die Höhen zieht. "Grundsätzlich erfreut sich unser Hang immer größerer Beliebtheit, für die Besucher aus Nah und Fern." Wer den Besuch im Skigebiet ohne zu viel Trubel und Andrang genießen möchte, sollte sich am besten unter der Woche auf den Weg machen. "Es ist bei uns, wie in allen anderen Freizeiteinrichtungen auch der Fall, dass sich früh sein lohnt", so Jung. Die andere Möglichkeit sei der späte Besuch, ein bis zwei Stunden vor der Schließung. "Dies sind grundsätzlich die besten Zeiten, um Wartezeiten gering zu halten. Die besten Pistenverhältnisse gibt es natürlich immer zu Beginn des Tages. Da unsere Piste aber nicht sehr steil ist, bleibt diese meist den ganzen Tag in einem guten Zustand", erklärt Markus Jung.

Weitere Informationen: www.wsv-salzburgerkopf.de

Auch in Wissen kommt in diesem Winter "nochmals Freude auf", wie es Markus Rödder als Geschäftsführer des Ski-Clubs Wissen beschreibt. "Die Wetterprognosen sind eingetroffen. Der erste Naturschnee ist da und mit den Temperaturen geht es bergab." Außerdem habe man bei niedrigen Temperaturen die Möglichkeit gehabt, den Hang zusätzlich zu beschneien. Aufgrund der vorhandenen Schneelage konnte der Ski-Club Wissen - das laut Rödder vermutlich am niedrigsten gelegene voll beschneite Skigebiet Deutschlands - am 5. Januar in die Skisaison starten. "Wir liegen hier auf einer Höhe von rund 200 Meter. Die Pistenbedingungen sind ideal. Das vereinseigene Skigelände lädt zum Skifahren und Snowboarden ein." Vor Saisonstart war der Ski-Club Wissen nach Rödders Angaben bestens vorbereitet: Skilift und Skihang wurden im November für den Winterbetrieb fit gemacht, Pistenbully, Schneekanone und Lanze waren ebenfalls gewartet und funktionsfähig. "Wir haben nur noch auf den Schnee gewartet", erzählt Rödder. Mit dem Pistenbully versuche der Ski-Club zudem, das Skigelände täglich bestens vorzubereiten.

Da der Ski-Club Wissen die Öffnung des Skihangs am Montag, 5. Januar, sehr kurzfristig kommuniziert hatte, war das Besucheraufkommen zunächst verhalten. Doch seit Dienstag ist der Andrang groß. "Die Skifahrer kommen nicht nur aus dem Wisserland sondern zum Beispiel auch aus Windeck oder dem angrenzenden Morsbach", weiß Rödder. "Hinsichtlich der Nachfrage können wir einen Vergleich zum Winter 2023/2024 ziehen, in dem wir eine Woche den Skihang nutzen konnten. Im vergangenen Jahr hatten wir einen ‚Totalausfall‘. Aber man sieht, es wird auch bei uns immer mal wieder Naturschnee und auch niedrige Temperaturen zum zusätzlichen Beschneien geben."

Weitere Informationen: www.ski-club-wissen.de

Der Ski-Club Höhn blickt ebenfalls positiv auf die aktuellen Wintertage. "Nach einer Saison ohne genügend Schnee zum Skifahren sind wir sehr froh den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die Freude aller Beteiligten war spürbar. Daher sind wir zufrieden mit dem Start der Saison", äußert sich Franziska Buchbauer vom Ski-Club Höhn. Auch die Besucherzahlen seien zufriedenstellend, gerade im Hinblick auf die schneearmen vergangenen Winter mit einer Saison ohne Skibetrieb im letzten Jahr. "Wir scheinen nach wie vor ein beliebter Skihang mit freundlichen Gästen in einer entspannten Atmosphäre zu sein", freut sich Franziska Buchbauer - umso mehr, weil hinter dem Ski-Club Höhn nur ein kleines ehrenamtliches Team steht. "Daher ist es immer wieder eine Herausforderung den Skibetrieb zu ermöglichen. Freiwillige Vereinsarbeit ist nicht mehr selbstverständlich. Zudem haben
wir uns bewusst gegen künstliche Beschneidungsanlagen an unserem Skihang entschieden und sind zu 100 Prozent vom Wetter abhängig." Franziska Buchbauer bleibt entspannt, was die noch kommenden Wintertage angeht: "Wir erwarten nichts und würden uns über Minustemperaturen, genug Schnee und Spaß am Skifahren unserer Gäste freuen." Auch am Skihang in Höhn gilt, dass unter der Woche tendenziell weniger los ist "und grundsätzlich gilt wie in jedem Skigebiet im Bezug auf die Pistenverhältnisse: ‚Der frühe Skifahrer fängt den Wurm‘", so Franziska Buchbauer abschließend.

Weitere Informationen: www.skiclub-hoehn.de

Die Abteilung Ski des Daadener Turnvereins hat am Sonntag, 4. Januar, den Skilift zum ersten Mal in dieser Saison öffnen können. Mittlerweile blickt man "Im Steinchen" schon auf mehrere erfolgreiche Skitage zurück. "Während der Sonntag der besucherstärkste Tag war (beziehungsweise generell wochenends die besucherstärksten Tage sind), stellte ein besonderes Highlight in der Woche das Flutlichtfahren dar", berichtet Lucia Bender von der Abteilung Ski. Die Daadener verfügen über keine Schneekanonen und müssen teilweise kurzfristig über einen Liftbetrieb entscheiden. Lucia Bender weist darauf hin, dass Infos zum Liftbetrieb beziehungsweise Öffnungszeiten der Skihütte immer spontan über die sozialen Medien geteilt werden. Außerdem: "Während die Skihütte für jedermann geöffnet ist, ist die Liftnutzung ausschließlich den Mitgliedern des Daadener Turnvereins gestattet. Mitgliedschaften können aber vor Ort abgeschlossen werden." Auch in Daaden hofft man "nun auf noch ein paar weitere kalte, schneereiche Tage, an denen wir auch den Lift öffnen können." Besonders im Vergleich zum Vorjahr, als der Skilift aufgrund des Schneemangels nicht einen einzigen Tag in Betrieb genommen werden konnte, sei man positiv gestimmt und zufrieden mit den bisherigen Schneetagen.

Weitere Informationen: www.daadener-turnverein.de/category/ski

Auch der Ski-Club Bad Marienberg Unnau am Schorrberg bietet Wintersportmöglichkeiten. Zwei Pisten, ein Schlepplift und ein Anfängerlift stehen hier zur Verfügung. Laut Angaben des Clubs befinden sich die Pisten dank des Naturschnees in einem "Top-Zustand".

Weitere Informationen: scbmu.de

Der Meteorologe "WetterMüller" aus Windeck, der in den sozialen Netzwerken regelmäßig über die Wetterlage im Westerwald informiert, rät dazu, die aktuellen Schneetage auszunutzen. Eine mildere Wetterlage sei schon abzusehen, "die große Frage ist: Kommt diese mildere Luft weiter unten auch schon an oder nicht?" Neuschnee sei dann aber kein Thema mehr, es gehe nun darum, wie lange sich der Schnee halten kann und wie die Schneequalität dann aussieht. "Generell würde ich immer das nutzen, was da ist. Man weiß nie, es kann immer kippen und dann ist der Winter komplett vorbei", so der Tipp des Meteorologen.
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