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Nachricht vom 02.05.2021
Wirtschaft
Tipps für die Jobsuche in Pandemiezeiten
Die Covid-19-Pandemie hat schon jetzt gravierende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Viele plagen sich mit Existenzfragen, haben Angst ihren Job zu verlieren. Einen neuen zu finden, scheint alles andere als leicht zu sein. So sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Stellenangebote in Jobportalen um zwölf Prozent zurückgegangen. Wo es die größten Chancen auf eine Anstellung gibt und was in Pandemiezeiten bei der Bewerbung beachtet werden sollte? Der Artikel klärt auf.
Tipps für die Jobsuche in Pandemiezeiten. Fotoquelle: pixabay.comBewerbungsverfahren während der Pandemie
Durch die Schließung von Restaurants, Hotels, Freizeiteinrichtungen und zahlreicher Geschäfte sehen die Straßen vielerorts wie leergefegt aus. Auch der Arbeitsmarkt ist von Corona und Lockdown stark angeschlagen: Viele Schulabgänger und Studenten sind verunsichert und scheuen sich davor, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Doch Nachwuchskräfte rekrutieren und qualifizieren sei laut der Agentur für Arbeit gerade jetzt wichtig. Denn während es in einigen Branchen schlecht aussieht, suchen andere händeringend nach neuen Mitarbeitern. Für einige stellt sich deshalb die Frage, ob sie sich beruflich umorientieren und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern möchten. Von staatlicher Seite gibt es dabei zum Beispiel Unterstützung durch ein Bewerbungscoaching. Ein maßgeschneidertes Bewerbungscoaching hilft bei der Orientierung. Ob man das Berufsfeld wechseln, nach längerer Pause wieder ins Berufsleben einsteigen oder den nächsten Karriereschritt angehen möchte – ein Coaching im Bereich Bewerbung kann einen auf dem Weg zum Ziel begleiten. Zum Beispiel kann man lernen, wie man sich bei einer Bewerbung per Videotelefonie ins richtige Licht rückt und einen guten Eindruck macht. Vorher sollten die Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand gebracht werden. Dank der Hilfe eines Experten lernt man, wie eine Bewerbung heutzutage aufgebaut sein sollte, was es bei der Formatierung zu beachten gilt und wie man seine Qualifikationen gut sichtbar platziert. Auch die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist möglich.

Während der Pandemie hat sich im Bewerbungsverfahren einiges verändert. So sind die meisten Unternehmen dazu übergegangen, erste Auswahlrunden über die Ferne via Videotelefonie oder am Telefon zu absolvieren. Weil dann der erste Eindruck vom Umfeld und zukünftigen Arbeitgeber fehlt, sollte man hier gezielt nachfragen: Wie sieht es mit der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, mit Parkplätzen, Gemeinschaftsräumen oder einer Kantine aus?

Tipps für die erfolgreiche Jobsuche

In einigen Branchen werden händeringend neue Mitarbeiter gesucht. Dadurch ist die Jobvergabe manchmal schneller und unbürokratischer als vor der Pandemie. Zeitgleich stehen Unternehmer und Bewerber vor neuen Herausforderungen – Geduld und Verständnis sind gefragt.

Folgende Tipps helfen beim Bewerben:
• Ein Plan B kann heutzutage Gold wert sein. Sich nur bei einem Arbeitgeber zu bewerben, kann fatal sein. Wenn es dort nicht klappt, steht man ohne etwas da. Besser ist es, über weitere Optionen und einen Plan B nachzudenken, etwa in Form eines Praktikums oder Nebenjobs zur Überbrückung.
• Parallel zum Schreiben von Bewerbungen bietet sich das (private) Fortbilden an. Insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt sollte man sich zum Thema „Remote Work“ (mobiles Arbeiten vom Home-Office aus) informieren. Dass man mit modernen Tools wie Zoom oder Google Drive vertraut ist, kann einen von anderen Bewerbern abheben.
• In der Corona-Krise setzen Arbeitgeber mehr denn je auf Jobbörsen und soziale Netzwerke. Ein gut gepflegtes Social Media Profil ist deswegen ein Muss. Mit ein bisschen Glück wird einem mit einem aussagekräftigen Profil ein Job angeboten.

In diesen Branchen stehen die Jobaussichten besonders gut
Einige Branchen wurden von der Pandemie zwar hart getroffen – genauso gibt es aber Unternehmen, für die die aktuelle Krise einen Aufschwung gebracht hat. Dazu gehören beispielsweise der Einzelhandel, aber auch diverse E-Commerce-Unternehmen, die Logistikbranche, IT-Unternehmen und die Pflege. Dort ist man auf der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften. Bei der Jobsuche kann es sich also durchaus lohnen, im Hinterkopf zu behalten, wo Personalmangel herrscht. Vor allem dann, wenn man sowieso die Branche wechseln wollte oder sich noch unsicher ist, in welchem Zweig man arbeiten möchte, ist es hilfreich, sich zu informieren.

Hier stehen die Jobaussichten besonders gut:

IT- und Logistikbranche
Unverändert hoch ist die Mitarbeiter-Nachfrage in der IT-Branche. Durch die Pandemie hat die Digitalisierung einen deutlichen Schub bekommen. Sollte dieser Prozess eigentlich Schritt für Schritt stattfinden, wurde durch Corona einiges beschleunigt. Zahlreiche Unternehmen haben auf Home-Office umgestellt, auch Veranstaltungen finden digital statt und nicht zuletzt erfährt der Online-Handel einen großen Boom. Hier haben Bewerber also besonders gute Chancen auf eine Anstellung. Ebenso gut sieht es in der Logistikbranche aus. Aufgrund der gestiegenen Beliebtheit von Online-Shopping bieten zum Beispiel bei Paketdiensten eine hohe Wahrscheinlichkeit auf eine Einstellung.

Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien
Gute Chancen auf einen Aushilfsjob gibt es in Supermärkten und Drogerien. Strenge Richtlinien des Infektionsschutzgesetzes verlangen nach personellen Ressourcen. Dafür muss man nicht unbedingt eine Ausbildung im Einzelhandel haben – auch Studenten können helfen, die logistischen Herausforderungen weiterhin zu meistern. Denn nicht nur neue Richtlinien stellen Supermärkte und den Einzelhandel vor riesige Herausforderungen – auch Infektionen, Quarantäne oder Personalmangel durch Kinderbetreuung verlangen Personalmanagern einiges ab.

Gesundheitswesen
Bereits vor der Corona-Pandemie gab es in der Pflegebranche einen Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach Mitarbeitern im Gesundheitswesen hat sich durch die Corona-Pandemie sogar noch erhöht. Immer mehr Gesundheitseinrichtungen bieten deswegen auch Aushilfsjobs an, für die keinerlei medizinische Vorkenntnisse erforderlich sind. Geeignete Anlaufstellen sind Krankenhäuser, Pflegeheime und karitative Einrichtungen. Eine Bewerbung kann sich auch in Apotheken lohnen, um als Apothekenkurier Medikamente zu Risikopatienten zu bringen.

Gastronomie
Die angeordnete Schließung von Restaurants hat hauptsächlich Servicefachkräfte hart getroffen. Weil Restaurants jedoch weiterhin Abholung und Lieferung anbieten dürfen, können sich auch hier gute Jobaussichten bieten. Jobs als Fahrer für Lieferdienste sind sehr begehrt, erfordern jedoch auch einen verantwortungsvollen Umgang mit der momentanen Situation. Es gilt, vorgegebene Sicherheitsvorkehrungen gewissenhaft einzuhalten.
Eine weitere Chance für Bewerber könnte sich nach der Lockdown-Phase bieten. Sobald Restaurants unter Auflagen wieder öffnen dürfen, steigt der Bedarf an Aushilfen.

Private Nebenjobs
Nicht nur für Unternehmen bedeutet die Pandemie große Herausforderungen. Viele Familien müssen sich auf andere Abläufe einstellen, etwa bei der Kinderbetreuung. Auch hier stehen die Chancen auf einen Aushilfsjobs gut. Infrage kommt etwa die Kinderbetreuung bzw. Unterstützung für Kinder, die aktuell Homeschooling haben oder durch Ausfallzeiten in der Schule mit dem Lernstoff nicht hinterherkommen. Ob Musikunterricht, Nachhilfe in Mathe oder Physik – dank Skype und FaceTime ist vieles möglich, ohne sich einem erhöhten Ansteckungsrisiko aussetzen zu müssen.

Ebenso hoch ist die Nachfrage nach Unterstützung im Alltag, zum Beispiel als Helfer für alles. Bei der Jobsuche sollte man sich also keinesfalls nur auf Unternehmen konzentrieren. (prm)

Gastautor:
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