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Nachricht vom 12.12.2019    

Welche alten Ernährungsweisheiten modernen Erkenntnisse weichen mussten

Gefühlt werden wir heute in den Medien jede Woche mit einer neuen Erkenntnis zum Thema gesunde Ernährung oder einer noch effizienteren Trenddiät konfrontiert. Doch was heute als „Weisheit“ verbreitet wird, wird morgen bereits vom nächsten Wissenschaftler schon wieder entkräftet. Die Verbraucher sind am Ende ratlos, denn kaum hat man sich an eine Regel gewöhnt, erfährt man, dass sie bereits wieder hinfällig ist. Die Erkenntnisse von heute sind morgen womöglich längst wieder passé.

Foto und Quelle: stock.adobe.com @OlgaKlochanko

Information ist der beste Weg
Bei der großen Fülle an Beiträgen in diesem Bereich ist es heute nicht mehr so einfach, seriöse Meldungen von bloßen Lifestyle-Ratgebern zu unterscheiden. Wer sich ernsthafte Gedanken um einen gesünderen Lebensstil mit einer entsprechenden Ernährungsweise machen will, sollte sich deshalb möglichst an glaubwürdige Quellen richten, um sinnvolle Informationen zu bekommen. Ärzte oder Ernährungsberater sind dafür gute Ansprechpartner. Darüber hinaus gibt es oft weitere Möglichkeiten. So kann man sich in der Region beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe untereinander austauschen.

Wer mehr über einzelne Ernährungsweisheiten wissen möchte, kann dazu im Internet ganz gezielt nach wissenschaftlichen Studien suchen und sich ein umfassenderes Bild dazu machen. Viele typische Regeln und Mythen lassen sich so bereits entkräften, wie die folgende Aufzählung zeigt.

„Abends essen macht dick“
Bereits über den genauen Zeitpunkt sind sich die Experten bei diesem Ernährungsmythos nicht einig. Mal wird propagiert, dass nach 18 Uhr keine üppigen Speisen mehr verzehrt werden sollen, mal ist davon die Rede, dass nach 20 Uhr überhaupt nichts mehr gegessen werden sollte. Als Begründung dazu werden meist Stoffwechsel und Biorhythmus angeführt. Bei einer späten Mahlzeit könnten Heißhungerattacken ausgelöst werden, was beim Wunsch abzunehmen problematisch werden könnte.

Fakt ist, dass der Stoffwechsel bei jedem unterschiedlich funktioniert und das Essen anders verarbeitet wird, je nachdem, was dabei zu sich genommen wird. In südlichen Ländern wird beispielsweise regelmäßig erst später gegessen als bei uns üblich und dennoch sind die Leute nicht grundsätzlich dicker. Rein wissenschaftlich gibt es zwar Zusammenhänge zwischen der Uhrzeit und der Gewichtszunahme. Allerdings wurde bei den Studien noch kein besonderer Fokus auf die jeweilige Kalorienmenge bei der abendlichen Mahlzeit gelegt. Somit kann daraus keine allgemein gültige Regel abgeleitet werden.

„Spinat enthält besonders viel Eisen“
Der bekannteste Mythos ist der vom starken Seemann Popeye, der nach dem Genuss einer Dose Spinat eine unglaubliche Stärke entwickelt. Das liegt angeblich am Eisen – so erzählen es jedenfalls viele Mütter ihren Kindern, um sie dazu zu bewegen, ihren Spinat aufzuessen. Tatsächlich enthält das Blattgemüse Inhaltsstoffe, die dem Muskelaufbau zugutekommen.
Doch leider enthält Spinat nicht ungewöhnlich viel Eisen. Für diesen Mythos war bereits vor Jahren ein Missverständnis verantwortlich, dass sich bis heute hartnäckig hält. Sogar Erbsen, Pilze und Haferflocken haben einen höheren Eisengehalt.

„Kaffee ist schädlich für die Gesundheit“
Hier geht es vor allem um das Koffein, das im Kaffee enthalten ist, und das wir als Wachmacher bei dem Getränk so schätzen. Der Stoff sorgt für eine höhere Herztätigkeit, erweitert die Bronchien und erhöht den Harndrang. Doch wie so oft ist auch hier die Menge entscheidend, ob sich daraus negative Folgen für die Gesundheit ergeben. Entscheidend ist zudem auch die jeweilige Koffeinmenge, die je nach Kaffeebohne variieren kann.

Gleichzeitig gibt es unter den vielfältigen Auswirkungen beim Kaffeekonsum auch solche, die positiv zu bewerten sind. Als widerlegt gilt zudem, dass das Getränk dem Körper Flüssigkeit entzieht. Zudem lässt sich das Koffein gezielt nutzen, um beim Krafttraining bessere Effekte erzielen zu können, wie jüngste Studien bestätigt haben.

„Zu viele Eier erhöhen den Cholesterinspiegel“
Sehr unterschiedlich zeigen sich die Ratschläge zu einer gesunden Menge der verzehrten Eier in einem bestimmten Zeitraum. Typischerweise wurde die Grenze bei zwei Stück angesetzt. Die Eier enthalten nämlich viel Cholesterin, welches die Arterien verkalkt und daher einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall auslösen kann.

Studien haben inzwischen allerdings deutlich gemacht, dass hier die gesamte Ernährungsweise betrachtet werden muss. Denn einerseits wird auch das Cholesterin von jedem etwas anders verstoffwechselt. Zum anderen spielt es eine Rolle, welche weiteren Nährstoffe zusammen mit dem Ei aufgenommen werden.

„Kohlenhydrate machen dick“
Auch dieser Mythos muss zunächst relativiert werden. Denn es kommt darauf an, um welche Kohlenhydrate es sich genau handelt. Grundsätzlich werden hier „Gute“ und „Schlechte“ unterschieden. Einfache, also kurzkettigen Kohlenhydrate gehen schnell ins Blut und enthalten viel Zucker, Traubenzucker und Milchzucker. Diese werden vom Körper dann auch zuerst in Energie umgewandelt, bevor er die Fettpölsterchen angreift. Überschüsse werden in die Fettdepots gespeichert. Das macht auf Dauer dick.

Die hochwertigen, langkettigen und langsamen Kohlenhydrate, die sich in Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst befinden, sorgen jedoch für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl und versorgen das Gehirn mit Energie. Dazu gehören vor allem Vollkornprodukte. Gleichzeitig enthalten diese auch einen höheren Anteil an gesunden Ballaststoffen. Wer bei seiner Ernährung also verstärkt auf Vollkornprodukte setzt, tut damit seiner Gesundheit durchaus etwas Gutes.

„Margarine ist gesünder als Butter“
Butter wird aus Milch hergestellt und Margarine meist aus pflanzlichen Ölen oder Fetten. Hier wird von manchen argumentiert, dass die Butter gesünder ist, weil ihr nichts weiter zugesetzt wird. Die Margarine jedoch wäre mit weiteren – gegebenenfalls ungesunden – Zusatzstoffen versetzt. Tatsächlich zeigen jüngste Studien, dass es bei der Entscheidung für eines der Produkte keinen eindeutigen Gewinner in Bezug auf die Gesundheit gibt. Es kann jedoch festgehalten werden, dass das jeweilige Fett möglichst in Maßen genossen werden sollte.

„Nüsse enthalten viel Fett und machen dick“
Tatsächlich enthalten Nüsse sehr viel Fett, doch ob sie sich auf das Gewicht auswirken, kommt wieder einmal darauf an, welche Mengen man verzehrt. Grundsätzlich sorgen die Nüsse nämlich dafür, dass ihre ungesättigten Fettsäuren den Cholesterinspiegel senken und dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Sie wirken außerdem entzündungshemmend und beinhalten viele Ballaststoffe und Vitamine. Mit einer Handvoll Nüssen pro Tag tut man seinem Körper also durchaus etwas Gutes. Aber übertreiben sollte man es damit tatsächlich nicht, sonst macht es sich auf den Hüften bemerkbar.

„Fisch ist gesünder als Fleisch“
Tatsächlich gilt Fisch als Eiweißlieferant als besser verdaulich als Fleisch, was vor allem am fehlenden Bindegewebe liegt. Zudem sind die Omega-3-Fettsäuren dabei behilflich, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und der Arterienverkalkung vorzubeugen. Allerdings wird seit Kurzem verstärkt diskutiert, wie ungesund Fisch aufgrund seiner Herkunft sein kann.

Egal, ob verkeimte Zuchtbecken beim Zuchtlachs, zu viel Antibiotika oder Fische aus schwermetallbelasteten Gewässern – sie alle können dem Verbraucher den Appetit verderben. Diese Inhaltsstoffe lassen den Fisch leider ungesünder dastehen als seine empfehlenswerten Inhaltsstoffe eigentlich sind.

„Salzstangen und Cola helfen gegen Durchfall und Magenbeschwerden“
Bei Durchfall braucht der Patient Flüssigkeit, um den Wasserverlust auszugleichen. Cola schmeckt vielen zwar gut, ist aber nicht die gesunde Lösung für dieses Bedürfnis. Außerdem kann die Kohlensäure den Magen eher reizen als ihn zu beruhigen. Dazu kommt, dass der im Cola enthaltene Zucker zusätzlich Wasser bindet und mit ausscheidet, sodass der Flüssigkeitsmangel noch größer wird.

Die Salzstangen sollen dazu beitragen, den Salzhaushalt regulieren, doch bei Durchfall fehlen nicht nur Salz, sondern auch Kalium und Magnesium. Besser sind stilles Wasser, Pfefferminz- oder Kamillentee und ein säuerlicher, geriebener Apfel. Denn das im Apfel enthaltene Pektin kann die Krankheitserreger binden.

Wie kommt es zu den unterschiedlichen Interpretationen und wie gefährlich sind diese?
Viele Empfehlungen darüber, was wir zu uns nehmen sollen und wieviel, bestimmt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie stellt die wissenschaftlichen Ernährungsregelungen und die Richtwerte für uns auf. Von verschiedenen Ärzten werden die Vorgaben der DGE allerdings als veraltet, überholt und daher gefährlich angesehen.

Beispielsweise kommt die Empfehlung der gesunden ballaststoff- und kohlehydratreichen Ernährung in Zeiten von Bewegungsmangel und Übergewicht nicht bei allen Akademikern gut an.

Vielmehr lautet das Credo, dass es kein perfektes Ernährungskonzept gibt, das für alle Menschen gleichermaßen stimmig ist. Dazu sind wir und unsere jeweiligen körperlichen Voraussetzungen und Veranlagungen gerade im Bereich des Stoffwechsels zu unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, sich passend zu den individuellen Gegebenheiten und Lebensumständen zu informieren und gegebenenfalls beraten zu lassen. (PRM)



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