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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 21.05.2019    

Von N.C. bis Grundgesetz – Der Kampf um den Studienplatz

Während Studieren vor ein paar Jahrzehnten noch Privileg war, ist es 2019 längst ein Muss. Im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung sind zunehmend spezialisierte Arbeitskräfte gefragt. Oftmals reicht selbst ein Bachelorabschluss allein nicht mehr aus, um erfolgreich ins Berufsleben einzusteigen. Dementsprechend bereiten sich immer mehr Schüler/innen und Eltern frühzeitig auf die Bewerbung um einen Studienplatz vor. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf einen guten Notenschnitt an. Insgesamt bestimmt das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, ob Abiturienten für die gewünschte Fachrichtung an der gewünschten Hochschule zugelassen werden. Dieser Artikel verrät, was es im Vorfeld zu beachten gilt, und welche Alternativen sich im Falle eines Negativbescheids bieten.

Foto und Quelle: nikolayhg | pixabay.com

Abi! Und jetzt?
Bei der Einschreibung an der Hochschule ist jenseits aller Qualifikationen vor allem eins gefragt: Timing. Wenn die Anmeldefristen für das jeweilige Semester überschritten sind, helfen auch die besten Abiturnoten nicht weiter. Bewerber sollten sich also genau über die zeitlichen Rahmenbedingungen informieren. Diese variieren nicht nur je nach Universität, sondern auch je nach Studiengang. In einigen Fächern ist zum Beispiel nur ein Einstieg zum Wintersemester möglich, in anderen wiederum kann man auch halbjährlich beginnen. Im Zweifelsfall ist es immer empfehlenswert, sich bei der Studienberatung vor Ort über wichtige Termine zu informieren.

Abgesehen von organisatorischen Abläufen sind natürlich Schulzeugnisse für eine Zusage entscheidend. Ob Bewerber einen bestimmten Notendurchschnitt – den sogenannten Numerus Clausus oder kurz N.C. – vorweisen müssen, regelt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Aktuell sind nach wie vor Studiengänge wie Medizin und Psychologie besonders gefragt. An der Goethe-Universität in Frankfurt lag der N.C. im Wintersemester 2018/19 für beide Fächer bei 1,4. Allerdings hängen die Zugangsbedingungen nicht nur von der Beliebtheit einer Fachrichtung ab. An Universitäten, die wegen ihrer Lage in großen Städten besonders attraktiv für Studenten sind, ist der N.C. entsprechend höher angesetzt.

Abgelehnt! Was tun?
Leider macht sich beim Immatrikulationsverfahren harte Arbeit nicht in jedem Fall bezahlt. Gibt es schlichtweg zu viele Bewerber und zu wenig Sitze im Hörsaal, können Bewerber trotz Bestnoten abgelehnt werden. Aber ein erstes „Nein“ bedeutet noch nicht, dass die Wunschkarriere auf Eis gelegt ist. Wenn alle Stricke reißen, bleibt letzten Endes auch die Option, rechtlich gegen einen Ablehnungsbescheid vorzugehen. Hierfür gibt es juristische Experten, die auf Studienplatzklagen spezialisiert sind. Vorausgesetzt, dass alle erforderlichen Zeugnisse vorliegen und Bewerbungsfristen eingehalten wurden, kann ein Rechtsanwalt die Entscheidung einer Universität anfechten. Eine solche Klage beruht auf Artikel 12 des Grundgesetzes, welcher die freie Berufswahl als ein Grundrecht aller deutschen Staatsbürger festsetzt. Demnach sind alle deutschen Hochschulen verpflichtet, ihre Kapazitäten voll auszuschöpfen. Trotzdem setzen sie die Höchstzahlen für Studienanfänger meist niedriger an. Diese Differenz dient bei der Studienplatzklage als Ausgangspunkt. Der beauftragte Anwalt argumentiert folglich, dass das Gericht Plätze freigeben muss, die von der Hochschule selbst aufgrund fehlerhafter Kalkulationen nicht berücksichtigt wurden.

Nicht immer jedoch ist ein zeit- und kostenaufwendiges Verfahren nötig, um sich eine Zulassung zu erkämpfen. Manchmal braucht es schlichtweg etwas Geduld. Viele Bewerber können über eine Warteliste im Nachrückverfahren ein oder zwei Semester später das Studium aufgreifen. Außerdem sollte man sich prinzipiell in mehreren Städten gleichzeitig bewerben. Die Uni Koblenz/Landau mag vielleicht auf den ersten Blick weniger verlockend erscheinen als die Goethe-Uni in der Metropole Frankfurt. Flattert allerdings die erste Absage ins Haus, kann sich auch die Zweitwahl als eine überraschend lohnenswerte Alternative entpuppen. Oft sorgen gerade mittelgroße Städte mit provinziellen Charme und grüner Umgebung für ein entspanntes und abwechslungsreiches Campusleben.



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