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Nachricht vom 26.11.2018    

Zwei Geistliche Konzerte mit "FRECHBLECH"

Zu einem geistlichen Konzert mit ernster Musik und Lesungen zum Ewigkeitssonntag luden "FRECHBLECH" als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald und der Organist Martin Löw aus Goddert gemeinsam jeweils in die Evangelische Stiftskirche Gemünden und in die Evangelische Pauluskirche Montabaur ein.

"FRECHBLECH" mit Jens Schawaller (rechts). Foto: privat

Gemünden/Montabaur. Unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon) musizierte das Ensemble die expressive Suite gothique von Léon Boëllmann (1862 – 1897) in den beiden unterschiedlichen Wäller Kirchen, wobei Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Basstrompete und Bariton) die französisch-romantische Musik souverän und spielfreudig zum Leben in den beiden denkmalgeschützten Kirchen erweckten. Mit der fünfstimmigen Motette „Tristis est anima mea“ von Johann Kuhnau (1660 – 1722) erklang ein polyphones Werk, das sich mit Jesu Leiden im Garten Gethsemane auseinandersetzt und so den Bogen zum Ewigkeitssonntag schlägt.

Martin Löw schloss sich diesem Thema mit einer ausdrucksstarken Orgelimprovisation über „Die Nacht ist vorgedrungen“ an, die dem Erleben menschlicher Angst und deren Überwindung durch die Hoffnung musikalisch tiefem Ausdruck verlieh; die anwesenden Gäste sangen den Choral bewegt mit.

Aus dem Stilumfeld der Prima pratica kontrastierte die Motette „Sicut Cervus“ – „Wie der Hirsch schreiet“ – von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 – 1594), deren Inhalt das Fragen des Menschen nach Gott beinhaltet. Mit einem differenzierten und charaktervollen Choralvorspiel über „Wir warten dein, o Gottes Sohn“ stellte Martin Löw den Bezug zum Ende des Kirchenjahres wieder her, bei dem er sowohl das Klanggewand der Orgel von Johann Wilhelm Schöler als auch der von Georg Friedrich Wagner charmant und emotionsvoll vorzustellen verstand.




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Beide Denkmalorgeln luden die Gäste zum Mitsingen auch dieses Chorales ein. Mit einer typisch reformierten Komposition zu Psalm 90 – „Herr, du bist unsre Zuflucht für und für“ – von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 – 1621) musizierte "FRECHBLECH" ein höchst thematisch-motivisch gebundenes Werk des Meister niederländischer Vokalpolyphonie, dem gegenüber mit „Unser Leben ist ein Schatten“ von Johann Bach (1604 – 1673) eine sehr gegliederte und vielgestaltige Motette lutherischer Art erklang.

Mit einer Orgelimprovisation über „Nun sich das Herz von allem löste“ schwelgte Martin Löw in den unterschiedlichen Dispositionen beider Orgelwerke und erfüllte die zwei unterschiedlichen Kirchenräume im Oberen wie im Unteren Westerwald mit seinem ergreifenden Spiel.

Liturgisch gegliedert wurden beide Konzerte durch Lesungen und Gebete, die Benjamin Bereznai vortrug und damit immer wieder den Bezug zum Ewigkeitssonntag herstellte. Mit Joseph Gabriel Rheinbergers (1839 – 1901) „Abendlied“ verabschiedete sich "FRECHBLECH" von seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, die es allen beteiligten Musikerinnen und Musikern mit einem langen Applaus dankten. (PM)


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