Pressemitteilung vom 31.10.2026 
Frauenhaus Westerwald bietet Schutz, Beratung und Perspektiven für Betroffene
Das Autonome Frauenhaus Westerwald bietet schutzsuchenden Frauen und ihren Kindern Zuflucht und Begleitung. Bei einem Besuch in Hachenburg informierten sich kommunale Gleichstellungsbeauftragte über Hilfsangebote, Spendenmöglichkeiten und die schwierige Suche nach Wohnraum.
Hachenburg. Alice Basar, Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeindeverwaltung Hachenburg, und ihre Stellvertreterin Michelle Gastall haben die Beratungsstelle des Autonomen Frauenhauses Westerwald in Hachenburg besucht. Sie informierten sich über das Spektrum an Gewaltformen, die erforderlichen Unterstützungsleistungen für Betroffene sowie aktuelle Hürden in der Beratungsarbeit. Im Fokus der Gespräche standen die verschiedenen Hilfsangebote, die Lebenssituation der schutzsuchenden Frauen und Kinder sowie Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Unterstützung.
Zuflucht rund um die Uhr und vielfältige Gewaltformen
Das Frauenhaus Westerwald verfügt über Plätze für sieben Frauen und 14 Kinder. Es werden Betroffenen jeden Alters und jeder Nationalität eine geschützte Unterkunft und fachliche Betreuung gewährt. Die Bewohnerinnen sind derzeit zwischen 16 und 74 Jahre alt. Neben körperlichen Übergriffen veranlassen auch seelische, digitale und finanzielle Gewalt sowie Nachstellungen Frauen dazu, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Aufnahme im Frauenhaus ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 02662/5888 möglich. Der Standort der Einrichtung bleibt zum Schutz der Bewohnerinnen geheim.
Ergänzend fungiert die Frauenberatung Westerwald in der Rheinstraße 26 als wichtige Anlaufstelle, die auch unabhängig von einem Aufenthalt im Frauenhaus zur Verfügung steht. Das Angebot ist kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch ohne Nennung des Namens nutzbar. Nach Angaben der Einrichtung kommen monatlich bis zu zehn neue Beratungsfälle hinzu. Die Unterstützung umfasst psychosoziale Beratung, Krisenhilfe, Auskünfte zu rechtlichen und finanziellen Themen sowie individuelle Sicherheitskonzepte. Betroffene können per Telefon, E-Mail, WhatsApp oder SMS Kontakt aufnehmen. Zudem gibt es an jedem ersten Donnerstag im Monat zwischen 10 und 12 Uhr eine Sprechstunde ohne vorherige Anmeldung.
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Wohnungsmangel nach dem Frauenhausaufenthalt
Ein zentrales Problem ist die Suche nach eigenem Wohnraum nach dem Verlassen des Frauenhauses. Günstige kleine Wohnungen sind kaum verfügbar. Die Dringlichkeit verdeutlicht ein lokaler Fall: Die letzte direkte Wohnungsvermittlung an eine frühere Bewohnerin in Hachenburg liegt zwei Jahre zurück. Eigene, sichere Räumlichkeiten stellen jedoch eine Grundvoraussetzung dar, um nach Gewalterfahrungen neue Lebenswege einzuschlagen.
Hilfe durch Sachspenden und Mobiltelefone
Unterstützung leistet auch die Bevölkerung. Neben Kleidung und Spielzeug für Kinder nimmt die Einrichtung auch abgelegte Handys entgegen. Da die Mobiltelefone der Frauen aus Sicherheitsgründen vernichtet werden müssen, helfen ausrangierte Geräte dabei, die Distanz zum früheren Umfeld zu wahren. Interessierte können erfragen, wie sie nicht mehr genutzte Telefone abgeben können.
Niedrigschwellige Hilfen und verlässliche Schutzräume bleiben essenziell. Wer von Gewalt betroffen ist oder Bezugspersonen unterstützen möchte, kann sich an die Stelle wenden. Eine Kontaktaufnahme steht allen offen, auch wenn noch Unklarheit darüber besteht, ob das Erlebte bereits als Gewalt gilt.
Kontaktdaten und Anlaufstellen
• Frauenhaus Westerwald – Schutz und Unterkunft: Telefon 02662/5888 (Aufnahme rund um die Uhr), E-Mail frauenhaus-westerwald@t-online.de
• Frauen*beratung Westerwald – Beratung ohne Frauenhausaufenthalt: Rheinstraße 26, 57627 Hachenburg, Telefon 02662/9466630, Mobil 0151/29579445 (auch WhatsApp und SMS), E-Mail frauenberatung-westerwald@t-online.de, offene Sprechstunde jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr
In akuten Gefahrensituationen ist die Polizei über den Notruf 110 erreichbar. (PM/bearbeitet durch Red)
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