Pressemitteilung vom 29.10.2026 
Zeitzeugin Elke Schlegel berichtet in Koblenz über Haft in der DDR
Was es bedeutet, vom Staat politisch verfolgt zu werden, verraten und verkauft, hat Elke Schlegel am eigenen Leib erfahren. Unter dem Titel "5 Monate und 24 Tage" erzählt die Wahl-Koblenzerin am Freitag, 13. November 2026, 19 Uhr, im Landesbibliothekszentrum über ihre Verfolgung und Haft in der ehemaligen DDR. Zugleich geht es um Mut und Hoffnung, Verlust und Neubeginn.
Koblenz. Die in Jena geborene Elke Schlegel stellte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann mehrfach Ausreiseanträge in den Westen und engagierte sich in der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung des "Weißen Kreises". Obwohl ihre Ausreise schließlich genehmigt worden war, wurde sie 1983 von ihrem eigenen Bruder verhaftet und wegen versuchter Republikflucht sowie "landesverräterischer Nachrichtenübermittlung" zu einer Haftstrafe verurteilt. Im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck erlebte sie Monate der Entbehrung und Isolation. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands wurde sie schließlich von der Bundesrepublik freigekauft. Ihre Geschichte hält Schlegel später in ihrem Buch "5 Monate und 24 Tage: Frauenzuchthaus Hoheneck - eine Extremerfahrung" (erschienen im Imprimatur-Verlag, Lahnstein) fest.
Heute lebt Schlegel in Koblenz und engagiert sich unter anderem als Regionalbeauftragte für Rheinland-Pfalz in der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). Seit vielen Jahren berichtet sie als Zeitzeugin in Schulen, Gedenkstätten und öffentlichen Veranstaltungen über ihre Erfahrungen. Dabei richtet sie den Blick nicht allein auf die Schicksale der politisch Verfolgten, sondern auch auf die langfristigen Folgen von Diktatur und Haft für die nachfolgenden Generationen.
Schlegels Lebensgeschichte macht deutsch-deutsche Geschichte anschaulich und verdeutlicht, warum die Erinnerung an dieses historische Kapitel für unsere demokratische Gegenwart so wichtig ist. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen und mit der Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen. (PM)
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