Pressemitteilung vom 29.10.2026 
Warnzug übt in Selters Abläufe für den Ernstfall
Der Westerwaldkreis hat gemeinsam mit seinen zehn Verbandsgemeinden erstmals den Einsatz des neu aufgebauten Warnzuges geübt. In Selters trainierten die Beteiligten den Einsatz mobiler Sirenenwarnanlagen und die Zusammenarbeit im Gefahrenfall.
Selters. Unter Leitung der Zugführerin Lisanne Wüst und des Brand- und Katastrophenschutzinspekteurs Tobias Haubrich übten die beiden Teileinheiten Nord und Süd des Warnzuges die Abläufe für den Einsatzfall. Im Mittelpunkt standen die zielgerichtete Durchführung mobiler Warnmaßnahmen, die Einsatzorganisation sowie das Kennenlernen der beteiligten Kräfte.
Der Westerwaldkreis baut seit August 2023 gemeinsam mit seinen zehn Verbandsgemeinden ein flächendeckendes digitales Sirenennetz auf. Der Kreis übernimmt zwei Drittel der Kosten und die spätere Unterhaltung des rund vier Millionen Euro teuren Netzes. Nach aktuellem Projektstand wurden bislang 220 Sirenen errichtet. Bis Ende 2027 soll das Netz auf insgesamt rund 250 Sirenen erweitert werden.
Mobile Warnanlagen für gezielte Informationen
Ergänzend zu den stationären Sirenen beschaffte der Westerwaldkreis im Jahr 2023 mobile Sirenenwarnanlagen mit Durchsagemöglichkeit für alle zehn Verbandsgemeinden. Sie können flexibel eingesetzt werden, wenn eine zusätzliche Warnung erforderlich ist.
Für den Einsatz der Anlagen wurde gemeinsam mit den Verbandsgemeinden der Warnzug gebildet. Er ist in die Teileinheiten Nord und Süd gegliedert. Grundlage für das Vorgehen im Ernstfall ist ein Alarm- und Einsatzplan. Darin sind für alle Gemeinden des Westerwaldkreises Warnbezirke und Fahrtrouten festgelegt. Insgesamt stehen 36 vorgeplante Warnfahrzeuge zur Verfügung, die die festgelegten Routen abfahren und die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsage über wichtige Informationen und Verhaltenshinweise informieren können.
"Eine wirksame Warnung der Bevölkerung setzt voraus, dass die technischen Möglichkeiten und die organisatorischen Abläufe im Ernstfall zuverlässig ineinandergreifen. Mit dem Warnzug schaffen wir die Voraussetzungen dafür, die mobilen Warnanlagen schnell und gezielt einsetzen zu können", erläuterte Tobias Haubrich.
Die Übung diente außerdem dazu, Zuständigkeiten, Fahrtrouten und Abläufe praktisch zu trainieren. Nach Angaben des Kreises ist regelmäßiges Üben notwendig, damit die Warnmaßnahmen im Gefahrenfall effektiv umgesetzt werden können.
Landrat Klaus Lütkefedder dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement. "Die effektive Warnung der Bevölkerung hat im Westerwaldkreis höchste Priorität. Gerade in Gefahren- und Katastrophenlagen ist es entscheidend, die Menschen schnell und zuverlässig zu erreichen und ihnen wichtige Informationen sowie konkrete Handlungsempfehlungen vermitteln zu können. Mein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Kräften, die sich mit großem Einsatz auf diese Aufgaben vorbereiten und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis leisten."
Stationäre Sirenen ermöglichen eine flächendeckende Alarmierung. Die mobilen Warnfahrzeuge ergänzen das System und können vor Ort konkrete Informationen sowie Handlungsempfehlungen übermitteln. Die Übung in Selters sollte dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft des Warnzuges weiter zu verbessern. PM/Red
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