Pressemitteilung vom 23.10.2026 
Gläubiger billigen Insolvenzplan für Familienferiendorf Hübingen
Die Gläubiger des Familienferiendorfs Hübingen haben dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Der Verein bleibt als Träger erhalten, rund 30 Arbeitsplätze sind gesichert.
Hübingen. Die Gläubigerversammlung hat den Insolvenzplan für den Verein Familienferiendorf Hübingen e.V. am 23. Oktober 2026 in allen Gruppen einstimmig angenommen. Das Amtsgericht Montabaur hat den Plan bereits bestätigt. Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens wird in den kommenden Wochen gerechnet.
Damit ist die Sanierung nach rund einem Jahr durchgehender Betriebsfortführung gelungen. Insolvenzverwalter Philip Konen von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH hatte in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Vorstand und weiteren Unterstützern an der Lösung gearbeitet. Im Verfahren wird er von den Rechtsanwälten Denise Schäfer und Philipp Meyer unterstützt.
Rund 30 Arbeitsplätze bleiben erhalten
Bei einem Insolvenzplan bleibt der Rechtsträger bestehen. Der Verein führt das Familienferiendorf deshalb weiter und kann nach der Aufhebung des Verfahrens wieder eigenständig handeln. Während des gesamten Insolvenzverfahrens waren keine Personalmaßnahmen erforderlich. Alle rund 30 Arbeitsplätze bleiben erhalten.
Die Gläubiger erhalten eine Quote im zweistelligen Prozentbereich. Nach Angaben des Insolvenzverwalters werden sie damit deutlich besser gestellt als bei einer Liquidation.
"Wir freuen uns sehr, dass alle Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt haben. Das Familienferiendorf ist damit gerettet und alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Entscheidend war, dass so viele Menschen die Rettung unterstützt haben. Das zeigt, welchen Stellenwert das Feriendorf in der Region hat", erklärt Konen.
350.000 Euro durch Spenden gesammelt
Eine Voraussetzung für die Sanierung war ein Rettungskapital von 350.000 Euro. Die im vergangenen Jahr gegründete Stiftung Familienferiendorf Hübingen organisierte dafür mehrere Spendenaktionen. Das Geld wird für Zahlungen an die Gläubiger und zur Finanzierung des Betriebs in den umsatzschwächeren Wintermonaten verwendet.
"Hinter uns liegen intensive zwölf Monate. Der Vorstand, die Stiftung und viele weitere Unterstützer haben sich mit großem Einsatz für das Familienferiendorf engagiert. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken. Es freut mich sehr, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat und das Feriendorf weiterbesteht", sagt Konen.
Die Verantwortlichen des Vereins unterstützten die Betriebsfortführung während des Verfahrens. Konen hob bei der Gläubigerversammlung insbesondere die Arbeit des zweiten Vorstands Claus Eberling hervor. Dieser habe die wirtschaftlichen Verhältnisse des Familienferiendorfs nachvollziehbar dokumentiert und die Unterlagen fortlaufend aktualisiert.
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Der erste Vorsitzende des Vereins, Dr. Hanno Heil, dankte dem Insolvenzverwalterteam für die Zusammenarbeit. "Wir sind sehr dankbar, dass die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt haben. Unser Dank gilt auch den Mitarbeitern und Gästen, die uns während des gesamten Verfahrens die Treue gehalten haben. Zudem möchte ich mich bei allen Unterstützern herzlich bedanken. Ohne die vielen großen und kleinen Spenden hätten wir den Insolvenzplan nicht umsetzen können."
Sanierungen und neue Sommerrodelbahn geplant
Das Angebot des Familienferiendorfs richtet sich an Familien, Kinder, Jugendliche, Gruppen und Vereine. Im kommenden Jahr soll eine neue Sommerrodelbahn hinzukommen, die derzeit im Wildpark Westerwald gebaut wird. "Die Verbindung von Naturerlebnissen und gemeinsamen Aktivitäten für Familien und Gruppen ist ein besonderes Markenzeichen des Familienferiendorfs", sagt Hausleiter Michael Nagel.
Zudem laufen Planungen für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Feriendorf, unter anderem an den Dachflächen und in den Ferienhäusern. Nagel erklärt: "Wir möchten, dass sich unsere Gäste auch in Zukunft bei uns wohlfühlen und mit unseren Räumen und unserem Service zufrieden sind."
Insolvenzantrag im Herbst 2025
Der Verein hatte im Herbst 2025 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Montabaur ordnete am 30. Oktober 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Philip Konen zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Am 1. Februar 2026 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und Konen zum Insolvenzverwalter bestellt.
Der Betrieb lief während des gesamten Verfahrens uneingeschränkt weiter. Gäste konnten weiterhin übernachten und sämtliche Angebote nutzen.
Der eingetragene Verein Familienferiendorf Hübingen e.V. ist Träger des Feriendorfs im Westerwald. Er wurde in den 1960er Jahren gegründet, ist christlich geprägt und auf Familienurlaube sowie Gruppenaufenthalte spezialisiert. Zum Feriendorf gehören 40 Ferienhäuser mit Wohnküche, zwei bis vier Schlafzimmern, Bad und Terrasse mit Gartenmöbeln.
Darüber hinaus gibt es ein Tipi-Zelt, ein Zirkuszelt, einen Zirkuswagen, verschiedene Gruppenräume und eine Friedenskapelle. Diese wird für Gottesdienste, Veranstaltungen, Chorproben, Konzerte und Seminare genutzt. Das Familienferiendorf ist durchgängig von Februar bis Dezember geöffnet. (PM/Red)
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