Pressemitteilung vom 17.10.2026 
Geflügelpest wieder auf dem Vormarsch: Vorsorgemaßnahmen dringend empfohlen
Die jährlichen Vogelzüge bringen nicht nur eindrucksvolle Naturschauspiele, sondern auch gesundheitliche Risiken für Geflügelbestände mit sich. Das hochpathogene Influenza A-Virus H5N1 könnte in den kommenden Wochen vermehrt nachgewiesen werden. Experten raten daher zu strengen Vorsorgemaßnahmen.
Region. In Europa haben die Vogelzüge Richtung Winterquartier bereits begonnen, was das Risiko eines Eintrags des Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1, auch bekannt als Geflügelpest, erhöht. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist noch im Oktober mit einer Zunahme der Nachweise von HPAIV-H5 bei Geflügel und Wildvögeln zu rechnen. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) empfiehlt dringend, Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
Die Geflügelpest kann erhebliche Auswirkungen auf Tiergesundheit, Lebensmittelproduktion und die wirtschaftliche Grundlage von Landwirten haben. Infektionen in Geflügelhaltungen resultieren meist aus indirektem Kontakt mit Wildvögeln. Daher ist es entscheidend, konsequente Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dazu gehört, Futter und Einstreu unzugänglich für Wildvögel aufzubewahren, den Zugang betriebsfremder Personen zu den Ställen zu beschränken sowie Hände und Gerätschaften vor und nach dem Stallbesuch zu desinfizieren. Diese Maßnahmen helfen, die Einschleppung und Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Insbesondere Freilandhaltungen sollten abgesichert werden, indem Wände, Dächer und Zäune dicht sind, um Wildtiere fernzuhalten. Zudem sollte außerhalb des Stalls kein Futter angeboten, und offene Wasserstellen sollten vermieden werden.
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Hintergrundinformationen
Erstmals wurde das hochpathogene H5N1-Influenza-Virus vor fast zwanzig Jahren in Wildvögeln in Europa nachgewiesen. Es infiziert seither verschiedene Vogelpopulationen und andere Wildtiere weltweit. Alleine in diesem Jahr infizierten sich mehrere Dutzend Nutztiere im Westerwald zwischen Februar und April. Die Inkubationszeit beträgt Stunden bis wenige Tage, und die Symptome gehen weit auseinander. Besonders Wirtschaftsgeflügel wie Puten oder Hühner sind stark betroffen.
Tote Tiere nicht berühren
Das FLI warnt, dass eine grundsätzliche Infektionsgefahr für Säugetiere besteht, wenn sie große Virusmengen über Fleisch oder Aas infizierter Wasservögel aufnehmen. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft das Infektionsrisiko für Menschen jedoch als sehr gering ein, außer für Personen mit engem Kontakt zu infiziertem Nutzgeflügel. Bei Funden toter oder kranker Wildvögel soll das zuständige Veterinäramt informiert werden, ohne die Tiere zu berühren. (PM/Red)
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