Pressemitteilung vom 16.10.2026 
Pflegekräfte aus aller Welt: Caritas Westerwald-Rhein-Lahn präsentiert Erfolge bei Pflegeintegration in Berlin
Der Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn hat auf Einladung der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Katrin Staffler, seine Erfahrungen mit der Ausbildung und Integration internationaler Pflegekräfte vorgestellt. Die Gesprächsrunde "Bleiben statt wechseln" ist inzwischen auf YouTube abrufbar.
Region/Berlin. Wie gelingt es, junge Menschen aus dem Ausland für eine Pflegeausbildung in Deutschland zu gewinnen, sie erfolgreich zu integrieren und ihnen langfristig eine berufliche Perspektive und eine neue Heimat zu bieten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde in Berlin, zu der die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, gezielt Vertreter des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn eingeladen hatte. Der Verband verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Gewinnung, Ausbildung und Integration internationaler Nachwuchskräfte und konnte seine erfolgreiche Arbeit nun auf Bundesebene vorstellen. Die Veranstaltung aus der Impulsreihe "Ankommen. Bleiben. Pflegen. - Mit internationalen Pflegekräften die Versorgung sichern" ist inzwischen als Video auf YouTube abrufbar.
Unter dem Titel "Bleiben statt wechseln - Gute Arbeitsbedingungen auch für Auszubildende aus Drittstaaten" ging es darum, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit internationale Auszubildende nicht nur erfolgreich in den Pflegeberuf starten, sondern auch dauerhaft in Deutschland bleiben.
Der Einladung nach Berlin folgten Caritasdirektorin Stefanie Krones, Pflegepädagogin und Ausbildungsleiterin Nadine Heil sowie die beiden ehemaligen Pflegeauszubildenden Bouchra Bouziane und Ayoub Touli. Komplettiert wurde die Runde durch Melanie Fröhlich, Leiterin des Dernbacher Bildungszentrums für Gesundheits- und Sozialberufe (DeBiZet), mit dem der Caritasverband in der Pflegeausbildung eng zusammenarbeitet. Gemeinsam berichteten sie über ihre Erfahrungen und darüber, wie die Integration internationaler Nachwuchskräfte in der Praxis gelingen kann.
Vom Ausbildungsplatz zur beruflichen Perspektive
Welche Bedeutung die Ausbildung internationaler Nachwuchskräfte inzwischen für den Caritasverband hat, verdeutlichte Stefanie Krones anhand der Entwicklung der vergangenen Jahre. Während der Verband im Jahr 2020 noch zwölf Auszubildende beschäftigte, sind es mittlerweile rund 60. Etwa 50 von ihnen sind mit einem Ausbildungsvisum im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes nach Deutschland gekommen.
Für den Caritasverband ist die Gewinnung internationaler Nachwuchskräfte längst zu einem wichtigen Bestandteil der Fachkräftesicherung geworden. Dabei geht es jedoch um weit mehr als die Besetzung offener Ausbildungsplätze. Entscheidend ist, den jungen Menschen von Anfang an gute Bedingungen zu bieten und sie auf ihrem Weg in den Beruf und in die Gesellschaft zu begleiten.
Besonders persönliche Einblicke gewährten Bouchra Bouziane und Ayoub Touli. Beide kamen aus Marokko für ihre Pflegeausbildung nach Deutschland, haben diese beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn erfolgreich abgeschlossen und arbeiten heute als examinierte Pflegefachkräfte im Verband. Ihre beruflichen Entwicklungen zeigen eindrucksvoll, welche Perspektiven eine gelungene Ausbildung und Integration eröffnen können.
Bouchra Bouziane ist inzwischen als Pflegefachfrau in der ambulanten Pflege tätig. Selbstständig fährt sie mit ihrem Dienstwagen der Caritas-Sozialstation im Westerwald zu Patienten und übernimmt Verantwortung für deren pflegerische Versorgung. Ayoub Touli hat ebenfalls seinen beruflichen Weg bei der Caritas fortgesetzt und ist mittlerweile als Wohnbereichsleiter im Caritas-Altenzentrum St. Martin in Lahnstein tätig.
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In Berlin berichteten die beiden von ihren persönlichen Erfahrungen, den Herausforderungen während ihrer ersten Zeit in Deutschland und der Bedeutung einer verlässlichen Unterstützung durch ihren Arbeitgeber. Ihre Schilderungen machten deutlich, dass der Start in einem fremden Land weit über die Anforderungen einer Berufsausbildung hinausgeht. Neben dem Erlernen der Sprache und der fachlichen Qualifikation müssen sich internationale Auszubildende auch in einem neuen sozialen und kulturellen Umfeld zurechtfinden.
Integration endet nicht am Arbeitsplatz
Diesen Aspekt griff auch Nadine Heil auf. Die Ausbildungsleiterin des Caritasverbandes verdeutlichte, dass eine erfolgreiche Integration nicht allein durch eine gute fachliche Ausbildung erreicht werden kann. Vielmehr müssten die Träger auch die persönlichen Lebensumstände der Auszubildenden berücksichtigen und entsprechende Unterstützung anbieten. Dazu gehören neben der Begleitung während der Ausbildung beispielsweise Hilfestellungen bei alltäglichen Herausforderungen, sprachliche Förderung und die Unterstützung beim Aufbau eines sozialen Umfelds.
Melanie Fröhlich vom Dernbacher Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe ergänzte die Diskussion um die Perspektive der Pflegeschule. Sie hob insbesondere die hohe Motivation und Lernbereitschaft internationaler Auszubildender hervor.
Die Gesprächsrunde war Teil der Impulsreihe der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, mit der erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sichtbar gemacht und Impulse für die Gewinnung und langfristige Bindung internationaler Pflegekräfte gegeben werden sollen. Die Erfahrungen und Erfolge des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn lieferten dazu wertvolle Einblicke und zeigten, wie nachhaltige Fachkräftesicherung und gelingende Integration Hand in Hand gehen können.
Die Veranstaltung verdeutlichte, wie wichtig das Zusammenspiel von guter Ausbildung, persönlicher Begleitung und gelingender Integration für die Zukunft der Pflege ist. Gleichzeitig bot sie dem Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn die Gelegenheit, seine praktischen Erfahrungen und Erfolge im Bereich Social Impact in den bundesweiten Austausch einzubringen. Denn die gezielte Förderung internationaler Nachwuchskräfte wirkt weit über die reine Fachkräftesicherung hinaus: Sie eröffnet jungen Menschen neue Lebensperspektiven, stärkt ihre gesellschaftliche Teilhabe und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur pflegerischen Versorgung in der Region.
Mit der Impulsreihe "Ankommen. Bleiben. Pflegen." möchte die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Erfahrungen und Lösungsansätze sichtbar machen, die dazu beitragen, internationale Nachwuchskräfte erfolgreich auszubilden, zu integrieren und langfristig für den Pflegeberuf zu gewinnen. (PM/Red)
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