Pressemitteilung vom 07.10.2026 
Neue GeoRoute bei Haiger verbindet Natur und Bergbaugeschichte
Die neue GeoRoute Geologischer Spazierweg Haiger führt auf acht Kilometern durch Natur, Bergbaugeschichte und Stadtgeschichte. Elf Stationen, digitale Angebote und weite Ausblicke machen den Rundweg zu einem abwechslungsreichen Ziel für Wanderer, Familien und Schulen.
Haiger. Die Neuauflage der GeoRoute "Geologischer Spazierweg Haiger" wurde passend zur herbstlichen Wandersaison am 25. September 2026 im Rahmen einer gemeinsamen Wanderung eröffnet. Vertreter des GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus, der Stadt Haiger und der KNAPPSCHAFT stellten dabei den zum Rundweg erweiterten acht Kilometer langen Weg vor. Die Kooperation steht unter dem Leitgedanken "Geschichte spüren, Gesundheit tanken".
Die GeoRoute Geologischer Spazierweg Haiger ist zu einem attraktiven Wanderweg auf den Höhen vor der Stadt erweitert worden. Auf Initiative des GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus ist eine landschaftlich attraktive und bergbaugeschichtlich bedeutende acht Kilometer lange Strecke entstanden.
Die Route führt über die ehemalige Grubenbahntrasse zwischen Haiger und Langenaubach hinaus auf eine Anhöhe in Richtung Donsbach. Von dort geht es über den Aussichtspunkt Eduardsturm zurück nach Haiger.
Elf Stationen entlang der Strecke
Neue Informationstafeln und digitale Angebote geben Einblicke in die regionale Erd-, Bergbau- und Stadtgeschichte und vermitteln zusätzlich Gesundheitstipps. An insgesamt elf Stationen werden die Zusammenhänge zwischen Geologie und industrieller Entwicklung anschaulich und leicht verständlich dargestellt.
Theresa Fetz-Helfert vom Fachdienst für Sport, Kultur, Jugend und Tourismus in Haiger sieht in dem Rundweg eine Verbindung von Naturerlebnis, Erdgeschichte und regionaler Kulturhistorie. Direkt vor den Toren der Stadt könne tief in die Haigerer Vergangenheit eingetaucht werden. Die modernen Informationstafeln bieten zugleich eine Erlebnis- und Bildungsreise für Familien und Schulen.
Für Kinder gibt es die Comic-Maskottchen Eduard und Isabella, die an Prinzessin Isabella von Nassau-Dillenburg erinnern. Sie begleiten junge Entdecker und vermitteln über QR-Codes kindgerechte Informationen.
Von der Grubenbahntrasse in die Natur
Die erste Etappe der GeoRoute wurde 2018 eröffnet. Seitdem hat sich die Strecke zu einem frequentierten Verbindungs- und Radweg zwischen der Kernstadt und Langenaubach entwickelt.
Entlang der ehemaligen Grubenbahntrasse der Grube Constanze informieren Schautafeln über die Erdgeschichte und insbesondere über den über Generationen betriebenen Abbau verschiedener Erze in der Region. Eine markante Station ist die Informationstafel zur 1963 stillgelegten Grube Constanze.
Während ihrer 125-jährigen Betriebszeit förderten dort zeitweise mehr als 100 Menschen rund 1,4 Millionen Tonnen Eisenerz. Am Standort der ehemaligen Grube führt der erweiterte Rundweg bei einer alten Grubenlok im Bogen bergauf in Richtung Donsbach.
Einige Hundert Meter weiter befindet sich die ehemalige Grube Alte Hoffnung. Sie bietet einen wichtigen Rückzugsraum für Fledermäuse. Nach Angaben des GEOPARK wurden im Lahn-Dill-Kreis in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 200 Bergwerksstollen für den Fledermausschutz gesichert.
Ausblicke und Industriekultur
Der neue Abschnitt verläuft landschaftlich attraktiv über einen Teil des Rothaarsteigs und führt an der Hütte des Westerwaldvereins vorbei bis zu einer Anhöhe. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick auf dicht bewaldete, sanfte Hügel in Richtung Donsbach.
Gesundheitswanderführerin Valeska Helfert hebt die Mischung aus Ausblicken, geologischen Besonderheiten sowie Einblicken in die Bergbau- und Industriekultur der Region hervor.
Anschließend führt die Route auf weichem Walduntergrund bis zum Eduardsturm. Wer die steilen Treppen des rund 200 Jahre alten Bauwerks hinaufsteigt, wird mit einem besonderen Ausblick auf Haiger belohnt. Zu sehen sind der historische Stadtkern und die modernen Hightech-Industriebetriebe am Stadtrand. Deren Gründung reicht teilweise bis in die Zeit der frühen Industrialisierung zurück.
Die letzte Passage führt über schmale Pfade durch den Laubwald zurück zum Ausgangspunkt.
Gesundheit als weiterer Schwerpunkt
Unter dem Motto "Geschichte spüren, Gesundheit tanken" kooperiert die KNAPPSCHAFT mit dem GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus. Als älteste Sozialversicherung der Welt ist die Geschichte der Krankenkasse eng mit dem Bergbau und der Region verbunden. Bereits 1769 existierte im Dillenburgischen eine allgemeine Knappschaftskasse.
Die KNAPPSCHAFT unterstützt das Projekt mit 4.000 Euro. Jörg Andersson betont im Namen der KNAPPSCHAFT, der neue Rundweg sei ein attraktives Angebot für eine gesunde Freizeitgestaltung. Wandern sei eine natürliche und umweltfreundliche Form der Fortbewegung und könne dazu beitragen, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Zudem könne Wandern Stress lindern, das Immunsystem stärken und Bewegungsmangel sowie Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden entgegenwirken.
Auf den Informationstafeln finden sich neben kurzen Texten, Tabellen und Bildern auch Gesundheitstipps und Fitnessübungen. Über einen QR-Code können die Informationen vertieft werden.
Ausgangspunkt und weitere Informationen
Als Ausgangspunkt der Wanderroute eignet sich der Bereich oberhalb der Budenbergschule. In der Hans-Weber-Straße stehen auch Parkmöglichkeiten zur Verfügung.
Weitere Informationen zur GeoRoute gibt es online.(PM/bearbeitet durch Red)
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