Bürger werden bei Neugestaltung der Stadt Rennerod einbezogen
Die Auftaktveranstaltung zur Kampagne „InnenstadtImpulse“ war sehr gut besucht. Die Bürgerinnen und Bürger hatten viele Ideen und Anregungen, um die Stadt voranzubringen.
Rennerod. Wie soll Rennerod in Zukunft gestaltet werden? Was läuft gut in der Stadt und was sollte verbessert werden? Welche Erwartungen haben die Bürger an ihre Stadt? Das sind nur einige der Fragen der Kampagne „InnenstadtImpulse Rennerod“. An der Auftaktveranstaltung in der Westerwaldhalle nahmen etwa 60 Bürger teil.
Bürger gestalten die Zukunft mit
Begrüßt wurden sie von Stadtbürgermeister Raimund Scharwat. Es gehe darum, Rennerod gemeinsam zu gestalten und die Defizite sowie Stärken herauszuarbeiten. Das solle gemeinsam mit den Bürgern geschehen. Deshalb gebe es keine fertigen Konzepte, sondern die Bürger sollten sich mit ihren Ideen, Wünschen und Erwartungen einbringen. Der Bürgermeister stellte anschließend zwei Mitarbeiter des Planungsbüros Stadt-Land-plus GmbH vor, die die Stadt bei der Erarbeitung eines Konzepts unterstützen werden.
Norman Kratz und Roland Schneider vom Planungsbüro machten die Anwesenden auf einen Flyer aufmerksam, der auf allen Stühlen lag. Mithilfe der beiden QR-Codes können die Bürger ihre Wünsche und Anregungen digital und anonym mitteilen. Über den ersten QR-Code sollten bereits bei der Auftaktveranstaltung Ideen eingebracht werden, die noch am Abend von den Planern erfasst wurden. Der zweite QR-Code führe zu einer Online-Umfrage, für die die Bürger rund zehn Minuten aufwenden müssten.
Planungsbüro hat viele Daten gesammelt
Anschließend stellten sie die Ziele des Projekts vor und erklärten, wie sich die Bürger Rennerods daran beteiligen können. In einem ersten Schritt habe das Planungsbüro eine Bestandsaufnahme gemacht und viele Daten gesammelt, zum Beispiel über die Altersstruktur oder den Bevölkerungsaufbau. Weitere Informationen solle die Online-Umfrage bringen.
Es lohne sich, die Stadt auf links zu drehen, um zu sehen, wohin die Reise gehe, sagte Roland Schneider. „Wir stehen noch relativ am Anfang“, betonte er. Weiter erklärte er, dass die Leerstandsproblematik im Fokus des Projekts stehe. Der Leerstand sei zwar erfasst worden, aber er bat die Bürger, der Stadt weitere, noch nicht bekannte Leerstände zu melden.
Das Projekt sei auf eineinhalb Jahre ausgelegt. In diesem Zeitraum fänden weitere Veranstaltungen wie Workshops statt. Außerdem könnten Arbeitsgruppen gebildet werden, die Maßnahmen erarbeiten und anschließend umsetzen könnten.
Eine Innenstadt sei schließlich mehr als ein Einkaufsort. Das Zentrum einer Stadt sei auch ein sozialer Raum, ein kultureller Treffpunkt und ein wirtschaftliches Zentrum. Mit den passenden Maßnahmen könne man viel erreichen.
Stärken, Schwächen und Ideen für Rennerod
Anschließend stellten die beiden Planer die Stärken und Schwächen der Stadt vor, bevor sie die von den Bürgern digital eingereichten Vorschläge besprachen. An der Diskussion beteiligten sich etliche Anwohner und hatten einige Vorschläge, aber auch Klagen vorzubringen. So wurde vorgeschlagen, Räume für Jugendliche zu schaffen, in denen sie sich abends treffen können. Einen solchen Treffpunkt benötigten auch die älteren Bürger von Rennerod, war aus dem Publikum zu hören. Eine Idee wäre die Wiederbelebung einer Dorfkneipe.
Ein Anwohner beklagte, dass die Innenstadt zubetoniert sei. Die lange Hauptstraße mit ihren baufälligen Gebäuden ziehe keine Gäste von außerhalb an. Darüber hinaus fehle der Einzelhandel. Gleichzeitig wurde die Frage gestellt, ob es sich lohne, ein Bekleidungs- oder Schuhgeschäft oder eine Buchhandlung anzusiedeln. Schneider erwiderte ihm, dass man nicht mit Gewalt versuchen sollte, Einzelhandel in der Stadt anzusiedeln. Die Planer zeigten den Anwohnern anschließend einige Best-Practice-Beispiele aus anderen Städten, die das Leerstandsproblem erfolgreich bekämpft hätten.
Im nächsten Schritt werde ein Planungsworkshop stattfinden, bei dem mögliche Maßnahmen diskutiert werden könnten. Diese könnten nach Abschluss der Auswertung der Online-Befragung festgelegt werden.
Der Bürgermeister zeigte sich abschließend erfreut über die rege Beteiligung der Bürger. Die Anregungen entsprächen auch seinen Vorstellungen. Für das Projekt seien 140.000 Euro für den gesamten Zeitraum eingeplant, so Scharwat.
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