Pressemitteilung vom 02.10.2026 
Projekt Re-Use-Holzbau der RPTU Kaiserslautern-Landau im Wildpark Westerwald erprobt
Ein Forschungsprojekt der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau untersucht, wie gebrauchte Holztafelelemente in neuen Gebäuden wiederverwendet werden können. Im Wildpark Westerwald wurden sie nun für die Außenwände einer öffentlichen Toilettenanlage eingesetzt.
Gackenbach. Seit gut drei Jahren forscht die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) im Projekt "Re-Use-Holzbauelemente" daran, komplexe Holztafelelemente nach ihrer ersten Nutzung als Bauelemente zu erhalten und in neuen Gebäuden wiederzuverwenden. Das vom Forstministerium über das "Klimabündnis Bauen" mit 688.000 Euro geförderte Vorhaben wurde im Wildpark in einem 1:1-Reallabor praktisch umgesetzt.
Für die neu gebaute öffentliche Toilettenanlage kamen bereits benutzte Holztafelelemente als Außenwände zum Einsatz. Damit wurde untersucht, wie Wiederverwendung nicht nur bei der Nutzung bestehender Gebäude, sondern auch im Neubau eingesetzt werden kann.
"Mit jedem Gebäude, das mit nachwachsenden Rohstoffen realisiert oder saniert wird, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", sagte Forststaatssekretärin Dr. Kristina Brixius. Sie hob die Bedeutung von Holz hervor, indem sie dessen Eigenschaft, Kohlenstoff zu speichern und somit die Atmosphäre von CO₂ zuentlasten. Außerdem schafft der Holzbau regionale Wertschöpfung.
Beteiligt an dem Projekt sind die ZimmerMeisterHaus Gruppe und die Holzbaufirma Kappler GmbH & Co. KG sowie der Wildpark Westerwald. Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf und sein t-lab-Team mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Viktor Poteschkin verfolgen das langfristige Ziel, Holztafelelemente bereits bei ihrer Herstellung für eine mehrfache Nutzung zu konzipieren. Dadurch sollen Ressourcen geschont, Abfälle vermieden und regionale Wertschöpfung gestärkt werden. "Das Konstruieren für die Wiederverwendung beginnt mit dem Verständnis dafür, wie bestehende Gebäude gefügt sind, ihre Bauelemente zurückgewonnen und an neue Anforderungen angepasst werden können. Im Bauwerksmaßstab haben wir das gemeinsam mit der Praxis erprobt. Diese Erfahrungen zeigen, welche Potentiale in Bestandskonstruktionen für das kreislauffähige Bauen stecken", erklärte Prof. Dr.-Ing. Graf.
Herausforderungen bei der Wiederverwendung
Die direkte Wiederverwendung komplexer Holztafelelemente ist bislang kaum etabliert. Nach dem Rückbau werden sie überwiegend thermisch verwertet. "Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, aber keine unendliche Ressource. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft sollte daher nicht nur die stoffliche Verwertung einzelner Teile, sondern auch die möglichst lange Nutzung bereits produzierter ganzer Bauelemente in den Blick nehmen", sagte Brixius.
Gebrauchte Holzbauelemente entsprechen nur selten exakt den Anforderungen eines neuen Gebäudes. Unterschiede bei Abmessungen, Anschlusspunkten, Toleranzen und bauphysikalischen Eigenschaften können Anpassungen durch Zuschnitt oder aufwendige Umbauarbeiten erforderlich machen. Das erhöht den Aufwand und kann die Wirtschaftlichkeit gefährden.
Das Forschungsprojekt untersucht deshalb die konstruktiven und bauphysikalischen Eigenschaften der Holztafelelemente, ihre Rückbaumöglichkeiten, Anpassungsstrategien sowie ökologische Auswirkungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt stehen Elemente, wie sie insbesondere im Wohnungsbau und im mehrgeschossigen Holzbau verwendet werden. Ziel sind übertragbare Lösungen für eine künftig stärker auf Wiederverwendung ausgerichtete Bauweise. (PM/bearbeitet durch Red)
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