Pressemitteilung vom 01.10.2026 
Vincenz-Kardiologie setzt neue Methode gegen Vorhofflimmern ein
Im St. Vincenz Gesundheits-Verbund wird die Pulsed-Field-Ablation (PFA) als zusätzliche Behandlungsmethode gegen Vorhofflimmern eingesetzt. Das Verfahren arbeitet mit elektrischen Impulsen und soll umliegendes Gewebe besonders schonen.
Limburg. Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Allein in der Region Limburg-Weilburg sind Tausende Menschen betroffen. Typische Beschwerden sind Herzrasen, Atemnot, Schwindel und eine eingeschränkte Belastbarkeit. Unbehandelt kann die Erkrankung fortschreiten und das Risiko für Herzversagen oder einen Schlaganfall erhöhen.
"Beim Vorhofflimmern entstehen unkontrollierte elektrische Impulse in den Vorhöfen. Ziel der Behandlung ist es, das Herzgewebe, von dem die störenden Erregungen ausgehen, zu veröden", erklärt Dr. Andreas Klisch, Sektionsleitung der Elektrophysiologie. Während bisherige Verfahren wie die Radiofrequenz- oder Kryoablation mit Hitze oder Kälte arbeiten, setzt die Pulsed-Field-Ablation auf elektrische Felder.
Minimalinvasiver Eingriff
Für die Behandlung führen die Ärzte im Herzkatheterlabor spezielle Katheter über die Blutgefäße von der Leiste bis zum Herzen. Röntgen, Ultraschall und dreidimensionale Mapping-Systeme stellen die Herzstrukturen während des Eingriffs dar und ermöglichen die Navigation. An den betroffenen Stellen werden anschließend sehr kurze, hochenergetische Impulse abgegeben, die die für das Vorhofflimmern verantwortlichen Areale veröden.
"Die Pulsed-Field Ablation ist eine sehr schonende Form der Ablation", sagt Klisch. Das elektrische Feld greife ausschließlich Herzmuskelzellen an, während umliegende Strukturen wie Speiseröhre, Nerven und Blutgefäße weitgehend geschont würden. Der Eingriff dauert in der Regel etwa eine Stunde. Die Patienten bleiben anschließend maximal eine Nacht im Krankenhaus und können am Folgetag leichte körperliche Tätigkeiten wieder aufnehmen.
Besonders geeignet ist das Verfahren für Menschen, bei denen erstmals eine Katheterablation wegen Vorhofflimmerns durchgeführt wird. "Je nach Art der zugrundeliegenden Herzerkrankung lassen sich heute Erfolgsraten von über 70 Prozent erreichen. Bei anderen Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise typischem Vorhofflattern liegen die Erfolgsraten sogar meist bei 100 Prozent", sagt Klisch, der seit mehr als 25 Jahren in der Elektrophysiologie tätig ist. Er verweist darauf, dass viele Rhythmusstörungen vor rund 20 Jahren kaum behandelt werden konnten.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Wenn eine Ablation nicht das gewünschte Ergebnis bringt, können weitere Verfahren eingesetzt werden. "In diesen Fällen finden wir für die meisten Patienten dennoch eine gute Lösung. Wir nennen es dann eine Hybridtherapie, wenn etwa eine medikamentöse Behandlung mit z. B. der zusätzlichen Implantation eines Herzschrittmachers kombiniert wird", erklärt Prof. Dr. Stephan Steiner, Chefarzt der Kardiologie. Welche Methode am besten geeignet ist, werde gemeinsam mit dem Patienten entschieden.
Das Team der Kardiologie behandelt neben Rhythmusstörungen auch strukturelle Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen. Im Limburger Herzkatheterlabor werden derzeit jährlich rund 400 Ablationen sowie etwa 400 Implantationen von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren durchgeführt. Vor fünf Jahren wurde das Labor mit zwei volldigitalen Linksherzkatheter-Messplätzen mit moderner Flachdetektor-Technologie ausgestattet. Damit stehen technische Voraussetzungen für das gesamte Spektrum der interventionellen Kardiologie zur Verfügung. PM/Red
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