Pressemitteilung vom 28.09.2026 
Landesübungstag: Feuerwehren trainieren Bewältigung großflächiger Schadenslagen
Eine fiktive Kaltfront mit Starkregen, Gewittern und schweren Sturmböen stellte am Landesübungstag den Brand- und Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz vor zahlreiche angenommene Schadenslagen. Auch im Westerwaldkreis und in der Verbandsgemeinde Asbach standen dabei vor allem Führungsstrukturen, Kommunikationswege und die Koordination vieler paralleler Einsätze im Mittelpunkt.
Westerwaldkreis/VG Asbach. Zum zweiten Mal wurde am Samstag ein Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Das Szenario sah eine Kaltfront vor, die mit hoher Geschwindigkeit über das gesamte Bundesland zog. Angenommen wurden massiver Starkregen, starke Gewitter mit erhöhtem Blitzaufkommen sowie heftige Sturmböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde in exponierten Lagen.
Im Westerwaldkreis wurden rund 150 Übungseinsätze von den Feuerwehreinsatzzentralen (FEZ) und Führungsstaffeln in den zehn Verbandsgemeinden abgearbeitet. Die angenommenen Schadensereignisse reichten von abgedeckten Dächern und umgestürzten Bäumen bis zu Wasserschäden durch Starkregen.
Führung statt realer Einsatzfahrten
Die Feuerwehreinheiten rückten dabei nicht tatsächlich zu den angenommenen Einsatzstellen aus. Im Mittelpunkt standen vielmehr die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und Führungsebenen sowie die Kommunikations- und Meldewege. Diese wurden von den örtlichen Einsatzstellen über den Landkreis und die Integrierten Leitstellen bis hin zum Lagezentrum Bevölkerungsschutz des LfBK erprobt. Ziel war es, aus den dezentralen Übungen ein gemeinsames landesweites Lagebild zu erzeugen und damit die Bewältigung großflächiger Schadenslagen zu trainieren.
Auch die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Asbach nutzte den Landesübungstag gezielt, um die Führung und Organisation einer größeren Flächenlage zu üben. Dort wurden rund 50 Einsatzstellen angenommen, die im Verlauf der Übung nacheinander bei der Führungsstaffel eingingen.
Die Führungsstaffel richtete zunächst einen entsprechenden Lageraum ein, um einen aktuellen Überblick über die Gesamtsituation, die einzelnen Einsatzstellen sowie die verfügbaren Kräfte und Fahrzeuge zu gewährleisten. Eingehende Einsatzmeldungen wurden aufgenommen, bewertet und nach Dringlichkeit priorisiert. Anschließend mussten die fiktiv verfügbaren Einsatzkräfte und Fahrzeuge möglichst sinnvoll auf die einzelnen Einsatzstellen verteilt werden. Gleichzeitig galt es, neue Meldungen zu berücksichtigen, Prioritäten anzupassen und die Übersicht über die gesamte Lage zu behalten.
Kommunikationswege und Abläufe im Fokus
Bei größeren Einsatzlagen unterstützt die Führungsstaffel die Einsatzleitung organisatorisch und taktisch. Sie sammelt und bewertet Informationen, führt die Lageübersicht, dokumentiert den Einsatzverlauf, koordiniert Einsatzmittel und stellt den Informationsfluss zwischen Einsatzleitung, Einheiten und weiteren beteiligten Stellen sicher.
Die Übung in der Verbandsgemeinde Asbach fand ausschließlich auf Führungsebene statt. Einsatzkräfte und Fahrzeuge wurden daher nur fiktiv eingesetzt und disponiert. So konnte sich die Führungsstaffel auf die internen Abläufe, die Entscheidungsfindung und die Organisation einer dynamischen Einsatzlage konzentrieren.
Landrat erinnert an Tornado im Westerwaldkreis
Landrat Klaus Lütkefedder besuchte während des Landesübungstages die Technische Einsatzleitung in Selters. Er verwies dabei auf die Bedeutung solcher Übungen vor dem Hintergrund eines erst wenige Wochen zurückliegenden Ereignisses: "Wie wichtig das Üben solcher Szenarien auch für uns im Westerwaldkreis ist, hat sich erst vor wenigen Wochen gezeigt, als Teile unseres Landkreises von einem Tornado getroffen wurden und die heute eingespielten Szenarien leider real waren".
Auch Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: "Die Kommunikationswege und Lagedarstellungen in den einzelnen Verbandsgemeinden haben gut funktioniert. An einzelnen Stellschrauben müssen wir im Nachgang noch ein bisschen drehen, aber genau dafür sind solche Übungen da. Nicht, um mit dem Finger auf Fehler zu zeigen, sondern um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern." PM/Red
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