Teerkolonnen im Westerwald aktiv - Polizei warnt vor Betrugsmasche
Von Thomas Sonnenschein
Am Freitag (25. September 2026) wurde in Stockhausen-Illfurth eine bekannte Betrugsmasche beobachtet. Die sogenannten "Teerkolonnen" versuchen aktuell insbesondere, ältere Menschen zu überrumpeln. Die Polizeiinspektion Hachenburg ist informiert.
Stockhausen-Illfurth. Am frühen Abend des 25. September hielten Personen mit einem weißen Vauxhall Corsa auf einem Hof bei Stockhausen-Illfurth an. Eine Person stieg aus und bot an, überschüssigen Asphalt von einer angeblich nahegelegenen Baustelle günstig auf der Hoffläche zu verteilen. Dieser müsste nämlich andernfalls entsorgt werden, weshalb eine sofortige Entscheidung nötig sei. Unter Druck wird also eine einmalige Gelegenheit simuliert.
Das Angebot wurde in diesem Fall umgehend abgelehnt, und die Person verließ nach Verweisung das Grundstück. Der Fahrer wartete währenddessen im laufenden Wagen. Nach der Abfahrt fuhren die beiden ins Dorf weiter, um offenbar an weiteren Haustüren zu klingeln.
Überwachungskamera nahm den Vorgang auf
Die Polizei wurde nach Auswertung einer überwachungskamera mit dem exakten Kennzeichen kontaktiert. Es handelt sich bei dem Kleinwagen um einen weißer Vauxhall Corsa mit britisch/schottischem Kennzeichen. Das Fahrzeug ist im Übrigen ein Rechtslenker und eigentlich für den Linksverkehr gedacht.
Die männliche Person auf dem Hof hatte eine schmale Statur und trug dunkle Kleidung mit auffällig rot-orangenem Schulter- und Ärmelbereich sowie eine Kappe.
Weitere Vorfälle
Weitere Meldungen dieser Art kamen am selben Tag über Nachbarschaftsgruppen der sozialen Medien aus Fehl-Ritzhausen, Lochum und Alpenrod. Auch die Polizeiinspektion Hachenburg bestätigte mindestens einen weiteren Vorfall in Kroppach. Bisher ist jedoch kein Fall bekannt, bei dem die mutmaßlichen Betrüger mit ihrer Masche Erfolg gehabt haben und an Geld gelangt sind.
Warum die Masche so gefährlich ist
Die Masche ist nicht neu und der Polizei bekannt: Die vermeintlichen Handwerker behaupten, überschüssigen Asphalt günstig in privaten Hofeinfahrten oder Parkplätzen verteilen zu können. Tatsächlich aber wird ohne Unterbau extrem minderwertige Schwarzarbeit ohne Vertrag ausgeführt. Im Anschluss wird massiver Druck ausgeübt, und ein vielfaches des zuvor erklärten preises verlangt, natürlich in bar. Vor allem ältere Menschen fühlen sich dann durch Einschüchterung dazu genötigt, den Wucher zu bezahlen. Nach einem kurzen Auftritt sind die Kolonnen meist spurlos verschwunden, sodass Mängel nicht reklamiert werden können.
Tipps
Um sich zu schützen, sollten Bürger keine Spontankäufe an der Haustür tätigen, Angebote von regionalen Fachfirmen einholen, sich Papiere zeigen lassen, insbesondere Ausweis und Reisegewerbekarte, und bei Verdacht sofort die Polizei verständigen, wie es in Stockhausen-Illfurth vorbildlich geschehen ist. (TS)
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