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Pressemitteilung vom 03.09.2026    

Shamonda-Virus breitet sich in Rheinland-Pfalz aus

Ein neuer Erreger sorgt für Aufsehen in der Landwirtschaft von Rheinland-Pfalz. Das Shamonda-Virus, das erstmals im Sommer in Mitteleuropa nachgewiesen wurde, betrifft mittlerweile zahlreiche Rinderbestände in der Region.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Koblenz. Fieber, Durchfall und eine verminderte Milchleistung - immer mehr Rinderbetriebe in Rheinland-Pfalz sind vom Shamonda-Virus betroffen. Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes (LUA) Rheinland-Pfalz in Koblenz wurden bis zum 2. September 2026 insgesamt 62 Bestände positiv getestet. Das Virus trat diesen Sommer erstmals in Mitteleuropa auf und verbreitet sich nun in Südwestdeutschland. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Übertragen wird es durch blutsaugende Gnitzen (Mücken). Aufgrund der hohen Aktivität dieser Insekten zwischen Juli und Oktober wird mit einer schnellen Ausbreitung gerechnet, so das LUA.

Meist milder Verlauf
Die infizierten Tiere zeigen Symptome wie Fieber und Durchfall, Milchkühe geben weniger Milch. In der Regel sind die klinischen Erscheinungen mild: "Die Tiere erholen sich nach jetzigem Stand meist relativ schnell", hieß es. Besonders bedeutsam ist jedoch die mögliche Übertragung des Virus auf den Fetus während der Trächtigkeit. Je nach Infektionszeitpunkt könnten Aborte, Totgeburten oder schwere Missbildungen auftreten. Bisher gibt es in Rheinland-Pfalz keine signifikant erhöhte Sterblichkeit oder Abortrate bei Rindern, teilte das LUA mit.



Auch Alpaka und Pferd betroffen
In der vergangenen Woche wurde das Shamonda-Virus auch bei einem Alpaka in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Das Tier zeigte Symptome wie starkes Zittern und Untertemperatur, konnte nicht aufstehen, ist aber inzwischen wieder genesen. Zudem wurde in der zweiten Augusthälfte ein totes Pferd in Rheinland-Pfalz positiv auf das Virus getestet. Es handelt sich um den ersten Nachweis des Shamonda-Virus bei einem Pferd in Deutschland.

Das Shamonda-Virus kommt in Afrika und Japan vor und gehört zur Simbu-Serogruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus zählen. Die meisten betroffenen Rinderbestände befinden sich in der Eifel: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm (23), im Vulkaneifelkreis (9) und im Kreis Bernkastel-Wittlich (7). Auch Betriebe im Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Kreis Altenkirchen, Kreis Mayen-Koblenz, Donnersbergkreis und Kreis Mainz-Bingen sind betroffen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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