Pressemitteilung vom 18.08.2026 
Gewaltandrohung gegen Landratskandidatin Line Bratenstein führte zu polizeilichen Schutzmaßnahmen
Kurz vor der Landratswahl im Westerwaldkreis sah sich die Kandidatin der Linken, Line Bratenstein, mit einer bedrohlichen Situation konfrontiert. Eine konkrete Gewaltandrohung in den sozialen Medien führte zu Sicherheitsvorkehrungen rund um Bratensteins Teilnahme am Christopher Street Day (CSD) in Koblenz.
Westerwaldkreis. Kurz vor der Landratswahl im Westerwaldkreis am Sonntag (16. August 2026) ist die Kandidatin der Linken, Line Bratenstein, Ziel einer konkreten Gewaltandrohung in den sozialen Medien geworden. Unter einem ihrer Beiträge schrieb ein Account unter anderem, ob er eine "Corvette Spider" oder einen "Hummer 3" kaufen solle, "um dich zu überfahren". Bratenstein hatte zuvor auf der Homepage der Linken Westerwald öffentlich angekündigt, am CSD in Koblenz (13. bis 16. August 2026) teilzunehmen.
"Mir war bewusst, dass in den letzten Tagen des Wahlkampfs noch einmal mehr Hass auf mich einprasseln könnte. Mit einer derart konkreten Androhung von Gewalt hatte ich trotzdem nicht gerechnet", erklärt Bratenstein. Nach Bekanntwerden des Kommentars informierte sie umgehend die zuständigen Stellen. Der Vorgang wurde aufgenommen und sicherheitsrelevant bewertet. Bereits in der Nacht zum Samstag (15. August 2026) wurde daran gearbeitet, die Personalien der betreffenden Person festzustellen.
Bratenstein selbst wurde noch in der Nacht von der Polizei über die Gefährdungslage informiert und erhielt konkrete Hinweise zu ihrem Verhalten und zu notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Dabei wurde ihr zudem mitgeteilt, dass für den Samstagmorgen eine Gefährderansprache bei der betreffenden Person vorgesehen sei. Aufgrund der Situation wurden auch die Sicherheitsvorkehrungen rund um Bratensteins Teilnahme am CSD Koblenz angepasst. Im Laufe der Veranstaltung nahm zudem ein leitender Vertreter der zuständigen Polizei persönlich Kontakt zu Bratenstein auf und informierte sie über den aktuellen Stand.
Bratenstein betont: "Ich möchte nicht, dass der Hass die eigentliche Botschaft dieses Wochenendes überlagert. Queere Menschen haben das gleiche Recht, sichtbar zu sein, politisch aktiv zu sein und sich frei im öffentlichen Raum zu bewegen, wie alle anderen auch." Für Bratenstein zeigt der Vorfall zugleich, dass queerfeindliche und politisch motivierte Bedrohungen im Netz nicht als bloße Begleiterscheinung sozialer Medien abgetan werden dürfen. "Es beginnt mit Worten im Netz. Wenn daraus konkrete Gewaltandrohungen werden, müssen sie ernst genommen werden. Dass die zuständigen Stellen schnell reagiert haben und ich mit der Situation nicht allein gelassen wurde, war für mich wichtig." (PM)
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