Pressemitteilung vom 13.08.2026 
Tourismusrundfahrt zeigt Chancen und Probleme in Rheinland-Pfalz
Nach acht Etappen und mehr als 1.000 Kilometern hat die Equipe EuroDeK ihre Tourismusrundfahrt durch Rheinland-Pfalz ausgewertet. Das Fazit fällt positiv aus, zeigt aber auch Probleme bei Gastronomie, Fachkräften, Wanderwegen und der touristischen Infrastruktur.
Equipe EuroDeK)
Montabaur/Nassau–Koblenz/RLP. Unter dem Leitmotiv "Tourismus ist ein Plus für alle" hat das Radsportteam Equipe EuroDeK auf acht Etappen durch Rheinland-Pfalz zahlreiche touristische Akteure getroffen. Auf mehr als 1.000 Kilometern besuchte die Gruppe fast alle touristischen Regionen des Bundeslandes. Gespräche, Treffen und Besichtigungen vermittelten Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Branche.
Zur Auswertung der durch große Hitze beeinträchtigten Rundfahrt kamen einige der beteiligten Radsportler in Koblenz mit Vertretern der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH zusammen. Die RPT GmbH war Kooperationspartner des Projekts. Das Fazit der Beteiligten: Der Tourismus in Rheinland-Pfalz befindet sich auf einem guten und innovativen Weg. Gleichzeitig besteht in mehreren Bereichen weiterer Handlungsbedarf.
Tourismus stärkt Regionen und Wirtschaft
Annette Klemm von der RPT GmbH und Matthias Hollmann vom Tourismus- und Heilbäderverband Rheinland-Pfalz würdigten das Engagement der Teilnehmer. Der Leitgedanke der Rundfahrt habe sich bestätigt. Tourismus schaffe wirtschaftliche Perspektiven, stärke die Regionen und erhöhe die Lebensqualität vor Ort.
Bei den Gesprächen wurde die wachsende Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor hervorgehoben. Positive Gäste- und Übernachtungszahlen zeigten, dass sich Investitionen in Qualität, Infrastruktur und Nachhaltigkeit auszahlten. Hotelgäste geben nach den Angaben täglich 132,20 € aus. Der jährliche Gesamtumsatz des Tourismus liegt demnach bei 8,2 Mrd. €. Die Branche trägt außerdem zu fast 120.000 Arbeitsplätzen bei.
Probleme bei Personal und Angeboten
Auf nahezu jeder Etappe kamen auch Schwierigkeiten zur Sprache. Dazu gehören die fehlende Unternehmensnachfolge in der Gastronomie und der zunehmende Fachkräftebedarf. Bei Wanderungen und Radtouren fehlen nach den Erfahrungen der Teilnehmer zudem geeignete Einkehrmöglichkeiten. Gleichzeitig steigt die Zahl der Ruhetage.
Auch die Pflege der Wanderwege wird schwieriger. Mangels ehrenamtlicher Helfer können immer mehr Wege nicht ausreichend markiert werden. Als Beispiel wurde der Westerwald-Verein genannt, der die Hälfte seiner teilweise mehr als 100 Jahre alten Wanderwege aufgeben müsse.
Hotels und Radwege im Blick
Koordinator Uli Schmidt bezeichnete die Rundfahrt als vermutlich anspruchsvollste und aufwendigste Etappenfahrt des Radsportprojekts der RSG Montabaur und des RSV Oranien Nassau. Die Vereine stehen kurz vor dem 50-jährigen Jubiläum des bundesweit einzigartigen Projekts. Die Zusammenarbeit mit der RPT sei von vielen Tourismusorganisationen im Land begrüßt und unterstützt worden.
Koordinator Uli Schmidt zog für die Equipe EuroDeK ein eindeutig positives Fazit. Das Team habe großartige touristische Projekte und engagierte Menschen kennengelernt und viele wertschätzende Rückmeldungen erhalten. Die Rundfahrt wurde teilweise auch von regionalen Medien begleitet. Die Erfahrungen sollen in die weitere Arbeit der beteiligten Vereine einfließen.
Die Rundfahrt zeigte jedoch auch die angespannte Lage bei Hotels und Gastronomie. Von sieben gebuchten Hotels sollen zwei bald geschlossen werden. In einem weiteren wurde ein hoher Investitionsstau festgestellt. Für Etappenfahrten mit bis zu 20 Personen sei es zudem immer schwieriger, passende Unterkünfte für nur eine Übernachtung zu finden.
Weiteres Entwicklungspotenzial sehen die Beteiligten beim Radwegebau, besonders bei Strecken, die auch für Rennräder geeignet sind. Zudem spiele der ökologische Gedanke im Tourismus in vielen Regionen noch eine zu geringe Rolle.
Die Beteiligten waren sich einig, dass Tourismus mehr als ein Wirtschaftsfaktor ist. Er steigert die Lebensqualität, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Zukunftsfähigkeit von Rheinland-Pfalz bei. (PM/KI/Red)
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