Pressemitteilung vom 13.08.2026 
Faszination und Vorsicht: Die Welt der Mineralien in Rheinland-Pfalz
Mineralien sind für viele mehr als nur Steine - sie faszinieren durch ihre außergewöhnlichen Kristallstrukturen und ihr Leuchten unter UV-Licht. Doch die Begeisterung birgt auch Risiken, besonders wenn es um radioaktive Exemplare geht.
Mainz. Was für manche nur ein gewöhnlicher Stein ist, kann für andere ein wahrer Schatz sein: Mineralien bilden oft beeindruckende Kristallstrukturen und können unter UV-Licht spektakulär grün oder gelb leuchten. Eine kürzliche Durchsuchung im Saarland lenkte den Blick auf die Sammlerszene, da dort Ermittlungen wegen mutmaßlich radioaktiven Materials laufen. Laut Polizei besteht jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung.
Die Faszination für Mineralien vereint wissenschaftliches Interesse mit Naturerlebnissen und dem verantwortungsvollen Umgang mit potenziellen Gefahren. Ein anonymer Sammler, aktiv in sozialen Netzwerken, beschreibt die Vielfalt der Interessen innerhalb der Szene. Einige Sammler interessieren sich für magnetische, andere für radioaktive Mineralien. Uranminerale wie Uranocircit oder Autunit, die unter UV-Licht grün und gelb leuchten, sind besonders beliebt.
Wie kommen Sammler an diese Mineralien?
Neben Tauschbörsen suchen viele in alten Uran-Abbaustätten in Europa - auch in Deutschland. "Das ist ein bisschen wie Pilze suchen", erklärt der Sammler. Mit Geigerzähler und Hammer ausgerüstet, sucht man nach Mineralien. Diese Suchtrips sind eine kostengünstige Alternative zu teuren Käufen. Gute Schuhe, ein Hammer, eine Maske und eventuell eine Schutzbrille genügen.
Das Risiko beim Umgang mit radioaktiven Mineralien sei überschaubar, so der Sammler. Stabilere Mineralien zerfallen langsamer. Zur Sicherheit sollten sie in Boxen aufbewahrt werden. Auf Flohmärkten könnten hingegen alte, radiumhaltige Armbanduhren oder Urangläser höhere Radioaktivität aufweisen.
Mögliches Sammelverbot
Joachim Lorenz, ein Mineralienexperte aus Karlstein, sieht in einem Sammelverbot keinen Sinn. Die Strahlung bei solchen Mineralien sei gering. Selbst bei Bearbeitung ließen sich Risiken minimieren. Lorenz betont, dass Menschen Strahlung unterschiedlich wahrnehmen.
Kirsten Grimm und Regina Mertz von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz raten zur Vorsicht. Sie empfehlen, radioaktive Mineralien nicht in ständig bewohnten Räumen aufzubewahren. Nur geringe Mengen schwach strahlender Minerale sollten gesammelt und in Kunststoffbehältern gelagert werden. Staubbildung sollte vermieden werden, ebenso wie längerer Aufenthalt bei den Proben. Unsachgemäßer Umgang könne gesundheitsschädlich sein. (dpa/KI/Red)
Feedback: Hinweise an die Redaktion










