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Nachricht vom 20.07.2026    

Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz vor tiefgreifendem Wandel

Die Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz steht vor einer bedeutenden Umstrukturierung. Gesundheitsminister Clemens Hoch skizziert die Pläne zur Krankenhausreform, die ab 2027 spürbar umgesetzt werden sollen.

Clemens Hoch. Foto: Helmut Fricke/dpa

Mainz. Die Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz wird sich ab Anfang 2027 erheblich verändern. "Wir werden noch im September wichtige Weichen für die Umsetzung der Krankenhausreform stellen", erklärte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Wir führen noch einmal Gespräche mit den Trägern, weil natürlich nicht alle Wünsche erfüllbar sind." Ab Oktober sollen nach und nach die Bescheide über die Leistungsgruppen der einzelnen Einrichtungen erlassen werden. "Das wird für viele Häuser eine Umstellung werden", so Hoch weiter. "Ein Krankenhaus braucht aber auch immer einen Träger - unsere Planung aus Mainz muss deshalb auch regionale und historische Besonderheiten berücksichtigen."

Regiokliniken
Zur neuen Krankenhauslandschaft gehören auch Standorte, die primär Alltagsnotfälle behandeln sollen - die sogenannten Regiokliniken. Hoch geht von acht bis zehn solcher Häuser im Land aus. Dieses Modell steht für eine sektorenübergreifende, wohnortnahe Versorgung als Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. In Kirn und Boppard wird über Regiokliniken diskutiert, während es in Hermeskeil bereits eine solche Einrichtung gibt.

Am Beispiel Bingen sagte Hoch: "Wenn der Landkreis sich weiterhin bekennt und das auch finanziert, wäre ein klassisches Krankenhaus dort künftig gut." Zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung sollte es jedoch mindestens eine Regioklinik geben. Viele Menschen aus dem Kreis suchen heute Krankenhäuser in Mainz, Alzey oder Bad Kreuznach auf. "Wir müssen aber vor allem für Alltagsnotfälle auch die Menschen vor Ort und das obere Mittelrheintal im Blick behalten. Da werden die Wege schnell länger."



Städte mit mehreren Krankenhäusern
In Landau sei eine Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser aus Sicht des Landes sehr sinnvoll. "Hier hoffen wir auf ein zügiges Vorangehen der Gespräche der Träger." In Speyer, Trier, Mainz und Ludwigshafen seien die Krankenhäuser jeweils so aufgestellt, dass sie bestehen bleiben und für die medizinische Versorgung notwendig sind, betonte Hoch.

Übergangsregelungen
"Es wird Standorte geben, wo wir zwar eine Idee haben, wie eine sinnvolle Konzentration stattfinden kann, die Träger aber noch nicht so weit sind", sagte Hoch. "Manchen Krankenhäusern werden wir deshalb Leistungsgruppen zuteilen, obwohl wir wissen, dass das nur für die nächsten drei oder fünf Jahre gelten kann." In Koblenz, dem Standort des Bundeswehrzentralkrankenhauses mit eigenen Plänen, werde es voraussichtlich die längsten Übergangsregelungen geben. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Gesundheitsversorgung  
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