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Pressemitteilung vom 03.07.2026    

Reformpaket sorgt für Kritik: Debatte um Krankschreibung in Rheinland-Pfalz

Das geplante Reformpaket der schwarz-roten Bundesregierung zur Änderung der Krankschreibungsregelungen stößt in Rheinland-Pfalz auf heftige Kritik. Insbesondere die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes äußert Bedenken.

Krankschreibungen. (Foto: Marijan Murat/dpa

Mainz. Nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Rheinland-Pfalz senden die geplanten Änderungen bei Krankschreibungen ein völlig falsches Signal. Andreas Bartels, stellvertretender KV-Landesvorsitzender, kritisierte, dass eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag zwangsläufig zu mehr Praxisbesuchen führen werde - unabhängig von deren medizinischer Notwendigkeit. Dies bedeute vollere Wartezimmer, erhöhte Bürokratie, eine höhere Infektionsgefahr und weniger Zeit für Patienten, die tatsächlich ärztliche Behandlung benötigten. Diese und weitere Änderungen wurden am Vortag im Koalitionsausschuss der schwarz-roten Bundesregierung beschlossen, um hohe Fehlzeiten in Unternehmen zu reduzieren. Auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ist geplant.

Kassenärztliche Vereinigung verweist auf Ressourcenknappheit
Bartels betonte, dass sich die telefonische Krankschreibung als praxistaugliches und sicheres Instrument bewährt habe, insbesondere bei bekannten Patienten mit leichten Erkrankungen, da sie unnötige Praxisbesuche verhindere. "Ein funktionierendes Instrument ohne Not abzuschaffen, ist weder medizinisch sinnvoll noch gesundheitspolitisch nachvollziehbar", so Bartels. Die KV plädiert für Lösungen, die knappe Ressourcen im Gesundheitswesen effizient nutzen. Als Vorbild nannte Bartels Schweden, wo es seit Jahren einen unbezahlten ersten Krankheitstag gibt.



Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz bezeichnete die Beschlüsse der Koalition als "eine Katastrophe". Verbandschefin Barbara Römer erklärte: "Diese Regelung ist der bürokratische Super-GAU für die Hausarztpraxen." Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) warnte vor einer möglichen Lähmung der ambulanten Versorgung. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Gesundheitsversorgung  
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