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Pressemitteilung vom 24.06.2026    

Prozess um tödlichen Angriff im Zug startet - Familie hofft auf Gerechtigkeit

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang Februar hat eine bundesweite Debatte über die Sicherheit im Bahnverkehr ausgelöst. Heute beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter, der sich vor dem Landgericht Zweibrücken verantworten muss.

Nach Tod eines Zugbegleiters - Bahnhof Landstuhl. (Foto: Boris Roessler/dpa)

Zweibrücken. Knapp fünf Monate nach dem Vorfall steht der 26-jährige Angeklagte ab 9 Uhr vor Gericht. Anders als die Staatsanwaltschaft, die wegen Mordes angeklagt hatte, bewertet das Landgericht Zweibrücken die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Der Fall sorgte für große Aufmerksamkeit und führte zu Diskussionen über die Sicherheit von Zugbegleitern.

Laut Anklage ereignete sich der Angriff am 2. Februar 2026 in einem Zug bei Landstuhl. Der 36-jährige Zugbegleiter Serkan Çalar forderte den Angeklagten auf, seine Fahrkarte zu zeigen. Nachdem dieser erklärte, kein Ticket zu haben, und sich weigerte, sich auszuweisen, sollte er den Zug verlassen. Daraufhin schlug der 26 Jahre alte Grieche dem Zugbegleiter laut Anklage kräftig gegen den Kopf. Zwei Tage später starb der Schaffner an einer Hirnblutung.

Für den ersten Prozesstag ist das Verlesen der Anklage vorgesehen, gefolgt von der Möglichkeit für den Angeklagten, sich zu äußern. Am Nachmittag sollen Zeugen vernommen werden. Der Angeklagte hat das "objektive Tatgeschehen" eingeräumt, jedoch einen Tötungsvorsatz bestritten und auf Erinnerungslücken verwiesen. Insgesamt sind acht Verhandlungstage geplant, ein Urteil wird am 9. Juli erwartet. Bei einer Verurteilung drohen ihm drei bis 15 Jahre Haft. Aufgrund des großen Medien- und Zuschauerinteresses gelten Zugangsbeschränkungen.



Die Familie des Opfers, die darum gebeten hat, den vollen Namen des Verstorbenen zu nennen, hofft auf Gerechtigkeit. Serkan Çalar war der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Sein Bruder Eray Çalar sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass auch er bereits "beleidigt und bespuckt" worden sei, dennoch habe sein Bruder den Beruf geliebt. Die Familie wünscht sich Gerechtigkeit nicht nur für Serkan, sondern für alle Zugbegleiter in Deutschland. "Kein Zugbegleiter in Deutschland sollte denken: Bin ich der Nächste?", so Eray Çalar. (dpa/bearbeitet durch Red)


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