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Pressemitteilung vom 12.06.2026    

Sanierung der Alten Kellerei in Montabaur: Historisches Gebäude erstrahlt in neuem Glanz

Die Alte Kellerei in Montabaur, ein rund 700 Jahre altes Fachwerkhaus, hat eine umfassende Sanierung erfahren. Architekt Jörg Orthey hat das denkmalgeschützte Gebäude mit seinem Engagement und Fachwissen restauriert und für eine moderne Nutzung vorbereitet.

Die Alte Kellerei in der Montabaurer Judengasse erstrahlt in neuem Glanz. Davon konnte sich der Stadtrat bei einem Rundgang mit dem Hausherrn Jörg Orthey überzeugen. (Fotos: VG Montabaur/Christina Weiß)

Montabaur. Die Alte Kellerei in der Judengasse in Montabaur präsentiert sich nach einer aufwendigen Sanierung in neuem Glanz. Das historische Gebäude, das die Stadt 2017 erworben hatte, wurde von Architekt Jörg Orthey umfassend renoviert. Vier Wohnungen und ein großer Büroraum im Erdgeschoss sollen dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen. Bei einem Rundgang zeigte sich der Stadtrat beeindruckt vom Ergebnis der Arbeiten, die unter enger Abstimmung mit der Denkmalpflege durchgeführt wurden.

Orthey, der in Montabaur aufgewachsen ist und heute in Münster lebt und arbeitet, hat bereits umfangreiche Erfahrung mit der Restaurierung alter Fachwerkhäuser. "Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass die alte Kellerei eine solche Herausforderung werden könnte. Ich habe mehr als einmal ans Aufgeben gedacht - aber es zum Glück nicht gemacht", berichtet er stolz. Während der Renovierungsarbeiten stieß er auf zahlreiche Baumängel, die bei einer früheren Sanierung in den achtziger Jahren unentdeckt geblieben waren. Diese Mängel mussten sorgfältig behoben werden, wobei ökologische Baustoffe und moderne Technik wie Wärmepumpen und Wandflächenheizungen zum Einsatz kamen.

Eine besondere Entdeckung machte Orthey im Erdgeschoss: Ein fünf Meter tiefer Gewölbekeller, der größtenteils mit Bauschutt verfüllt war, kam wieder ans Tageslicht. Der Raum kann künftig als Büro genutzt werden, wobei ein massiver Eichenbalken als Herzstück des Hauses dient. Eine außenliegende Treppe erschließt die oberen Stockwerke und dient im Sommer als Balkon.

Kurz vor dem Verkauf der Wohnungen bedankte sich Orthey bei einem Rundgang durch das Gebäude beim Stadtrat für die Unterstützung. Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher lobte das Projekt: "Sie haben ein historisches Gebäude vor dem Abriss gerettet und ein echtes Schmuckstück daraus gemacht."

Das historische Gebäude
Das Alter des Gebäudes in der Judengasse ist nicht genau bekannt. Es verfügt über einen großen Gewölbekeller mit zwei Öffnungen, die durch die Stadtmauer hindurch einen Blick auf das Sauertal ermöglichen. Vermutlich wurden diese Keller zusammen mit der Stadtmauer errichtet und können damit auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert werden. Weiterhin ist davon auszugehen, dass das ursprüngliche Gebäude beim großen Stadtbrand 1534 mit abgebrannt ist und um 1594 auf dem alten Keller neu aufgebaut wurde. Dabei wurde das Erdgeschoss aus Stein und die beiden Obergeschosse in Fachwerkbauweise errichtet. Seither hatte es wechselnde Besitzer und Funktionen. Die letzten Eigentümer sind 2013 vom Eigentum zurückgetreten, seither war das Gebäude herrenlos und verwahrloste zusehends. Um diese negative Entwicklung zu stoppen, hatte die Stadt Montabaur im Jahr 2017 Haus und Grundstück übernommen.




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Die Alte Kellerei
1291 erhielt Montabaur die Stadtrechte. Die damaligen Landesherren waren die Kurfürsten von Trier, die einen Amtmann als Vertreter des Landesherrn vor Ort einsetzten. Dieser wiederum setzte einen so genannten "Keller" oder auch "Kellner" für die Aufgaben der Finanz- und Wirtschaftsverwaltung ein. Der "Keller" residierte mindestens ab 1415 und vermutlich bis 1534 in dem Gebäude an der Judengasse, das daher "Kellerei" genannt wurde.

Da der "Keller" unter anderem dafür zuständig war, die vielfältigen Geld- und Naturalabgaben für den Landesherrn einzuziehen, brauchte er in seiner "Kellerei" auch entsprechende Lagermöglichkeiten für die Naturalien. Dazu wurde der geräumige Keller genutzt; auf dem Speicher wurden Früchten aller Art gelagert. Nach dem Wiederaufbau des Gebäudes um 1594 wurde das Gebäude fortan "Alte Kellerei" genannt, was darauf schließen lässt, dass sich die eigentliche "Kellerei" inzwischen wieder im Schloss befand (wie vor 1415) und die "Alte Kellerei" in Privatbesitz überging. (Quelle: Stadtarchiv Montabaur) (PM/Red)


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