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Nachricht vom 01.06.2026    

Steigende Diskriminierungsmeldungen: Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz betroffen

In Rheinland-Pfalz zeigt sich eine besorgniserregende Entwicklung: Die registrierten Fälle von Diskriminierung, Herabwürdigung und Gewalt gegen Sinti und Roma sind deutlich angestiegen. Trotz der steigenden Zahlen bleibt die Dunkelziffer hoch.

Melde- und Informationsstelle Antiziganismus. Foto: Ira Schaible/dpa

Mainz. Deutlich mehr Vorfälle von Diskriminierung und Gewalt gegen Sinti und Roma wurden im vergangenen Jahr bei der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) in Rheinland-Pfalz gemeldet. Die Zahl stieg um 41 auf insgesamt 100 Fälle an. Christian Kling, Vorstand der MIA, erklärte in Mainz, dass viele Betroffene aus Angst vor negativen Konsequenzen und Misstrauen gegenüber öffentlichen Stellen keine Anzeige erstatten. "Es ist zu erwarten, dass die Zahl der gemeldeten Vorfälle auch im laufenden Jahr steigen wird", so Kling. Er verwies auf eine zunehmend feindselige Stimmung in der Gesellschaft.

Viel Unwissen über Minderheiten
Michael Hartmann, der Antiziganismusbeauftragte von Rheinland-Pfalz, betonte die Notwendigkeit, Minderheiten mehr Sichtbarkeit zu geben. Im Bildungsbereich solle das Thema Antiziganismus stärker verankert werden, sowohl hinsichtlich der Verfolgung als auch der Kultur der Sinti und Roma. Lehrkräfte sollten bereits in der Ausbildung sowie durch Fortbildungen sensibilisiert werden. "Es gibt zu viel Unwissen über die Minderheiten", sagte Hartmann.




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Die Meldestelle MIA existiert seit 2022 in Rheinland-Pfalz und arbeitet unabhängig. Meldungen können telefonisch, online oder im persönlichen Gespräch erfolgen und werden anonymisiert. Die Finanzierung erfolgt zur Hälfte durch das Land und den Bund. Neben Rheinland-Pfalz gibt es mittlerweile sechs regionale MIA-Stellen in Bayern, Berlin, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen.

Betroffene brauchen Vertrauen bei Anlaufstellen
Guillermo Ruiz, Geschäftsführer der MIA-Bundesgeschäftsstelle, berichtete von 1.678 bundesweit gemeldeten Vorfällen im Jahr 2024. Die Daten für das vergangene Jahr sollen bald veröffentlicht werden. Gespräche über die Einrichtung weiterer Meldestellen in anderen Bundesländern laufen. Entscheidend sei, dass in diesen Stellen Angehörige der Minderheiten als Ansprechpartner fungieren, um Vertrauen zu schaffen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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