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Pressemitteilung vom 01.05.2026    

Mehr Hilfesuchende bei SOLWODI Koblenz im Jahr 2025

Die Beratungsstelle von SOLWODI in Koblenz verzeichnet 2025 deutlich mehr Erstkontakte. Die Zahlen zeigen, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen weiterhin ist. Hinter den Fällen stehen oft komplexe Lebenslagen und akuter Schutzbedarf.

Symbolbild. (KI-generiert)

Koblenz. Die Frauenrechtsorganisation SOLWODI meldet für ihre Fachberatungsstelle in Koblenz im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Erstkontakte. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Plus bei fast 52 %. Insgesamt wurden 158 Frauen und Mädchen erstmals unterstützt. Die Entwicklung zeigt, dass Gewalt gegen Frauen weiterhin ein großes gesellschaftliches Problem darstellt.

Herkunft der Betroffenen
Die Herkunft der Frauen und Mädchen ist vielfältig. Sie reicht von europäischen Ländern wie Deutschland, Bulgarien und Rumänien bis zu Staaten in Vorderasien, Afrika sowie Mittel und Südamerika. Bei fast einem Drittel war die Herkunft zum Zeitpunkt des Erstkontakts noch nicht bekannt. Diese Vielfalt stellt besondere Anforderungen an die Beratung, etwa bei Sprache, Kultur und rechtlichen Fragen.

Formen der Gewalt
Zu den häufigsten Gewaltformen zählen Zwangsverheiratung und sogenannte Ehrgewalt. Auch Fälle von Menschenhandel sowie weitere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt wurden erfasst. Nach Einschätzung von SOLWODI stehen diese Erfahrungen häufig im Zusammenhang mit patriarchalen Strukturen. Viele Betroffene berichten von Druck durch Angehörige, Bedrohungen sowie psychischer und physischer Gewalt.

Schutz und Unterstützung
Die drei Schutzwohnungen in Koblenz standen 2025 durchgehend zur Verfügung. Dort finden junge Frauen einen sicheren Ort, um Abstand von gewaltgeprägten Situationen zu gewinnen. Die Bewohnerinnen leben eigenständig und werden gezielt auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet. Ziel ist es, Stabilität zu schaffen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Einzelfall zeigt Dimension
Ein Fall verdeutlicht die Situation vieler Betroffener. Eine 21 Jahre alte Frau wuchs in einem streng patriarchalen Umfeld auf und war früh psychischer Gewalt ausgesetzt. Das Risiko einer Zwangsverheiratung führte mehrfach zur Flucht. Mit Unterstützung von SOLWODI konnte sie in eine Schutzwohnung ziehen. Dort erhielt sie Hilfe bei der Stabilisierung ihrer psychischen Gesundheit, beim Aufbau eines sicheren sozialen Umfelds sowie bei schulischer und beruflicher Orientierung. Diese Schritte sind entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben.



Ganzheitliche Beratung
Die Fachberatungsstelle begleitet die Frauen umfassend. Dazu gehören psychosoziale Unterstützung, kultursensible Beratung und Hilfe im Umgang mit Behörden. Ein Schwerpunkt liegt auf langfristigen Perspektiven. Dazu zählen Schulabschlüsse, berufliche Qualifikation und der Aufbau eines gewaltfreien Lebensumfelds. Ziel ist es, die Betroffenen nachhaltig zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu fördern.

Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeit
Neben der direkten Hilfe engagiert sich SOLWODI Koblenz auch in der Netzwerkarbeit. Fachkräfte wirken in verschiedenen Arbeitskreisen mit, etwa zu den Themen Prostitution und wohnungslose Frauen. Auch Initiativen wie "One Billion Rising" sowie der Runde Tisch zum Thema "FGM/C" gehören dazu. Darüber hinaus wurden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, darunter Workshops an Schulen, Tanzdemonstrationen, Informationsstände und eine Benefizlesung. Diese Aktivitäten sollen aufklären und das Thema stärker in die Öffentlichkeit bringen.

Ausblick auf 2026
Für 2026 plant die Organisation den Ausbau der Präventionsarbeit. Zudem ist die Eröffnung eines neuen Schutzhauses vorgesehen. Dieses soll Platz für bis zu acht junge Frauen bieten, die besonderen Schutz benötigen. Damit will SOLWODI auf die steigende Nachfrage reagieren und weitere sichere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen.

Über die Organisation
SOLWODI steht für SOLidarity with WOmen in DIstress. Der gemeinnützige Verein unterstützt Frauen mit Migrations oder Fluchthintergrund, die Gewalt und Ausbeutung erlebt haben. Dazu zählen Betroffene von Menschenhandel, Prostitution und Zwangsverheiratung. Die Unterstützung erfolgt durch Fachberatungsstellen mit psychosozialer, medizinischer und juristischer Hilfe. Ergänzend werden Angebote zur Integration in Arbeit und Bildung vermittelt. In Deutschland ist SOLWODI in 18 Städten vertreten und betreibt zahlreiche Beratungsstellen sowie Schutzeinrichtungen. (PM/bearbeitet durch Red)


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