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Nachricht vom 02.03.2026    

Herausforderung Flussbestattung: Die Suche nach der perfekten Urne

In Rheinland-Pfalz sind Flussbestattungen seit Kurzem erlaubt, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Bestatter suchen nach geeigneten wasserlöslichen Urnen, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Urnen zur Flussbestattung lösen sich nicht auf. Foto: Harald Tittel/dpa

Trier/Mainz. Bestattungen in Flüssen wie Rhein, Mosel und Lahn sind seit September 2025 in Rheinland-Pfalz möglich - eine Premiere in Deutschland. Doch das neue Gesetz verlangt Urnen aus "sofort wasserlöslicher Zellulose", was Bestattern Kopfzerbrechen bereitet. Ulrike Grandjean vom Bestatterverband Rheinland-Pfalz berichtet von Tests mit verschiedenen Modellen in der Mosel: "Da hat sich nach Stunden nichts getan." Eine Urne liegt bei ihr seit fast einer Woche im Wasser, ohne sich aufzulösen. Sie kritisiert: "Ich möchte nicht die Verantwortung haben, dass die Urne irgendwo am Ufer wieder aufploppt."

Das Gesundheitsministerium verweist auf ein Unternehmen in Regensburg, das geeignete Urnen aus gefaltetem Papier herstellt. Diese sollen sich innerhalb weniger Stunden zersetzen. Weitere Versuche mit Lehm-Urnen zeigten, dass diese schnell zerfallen und durch ihr Gewicht gut sinken. Trotzdem wurden drei Anträge auf Flussbestattungen von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord abgelehnt, da die vorgeschriebene Zellulose-Urne nicht verwendet wurde.



Ein Sprecher des Ministeriums erklärt, dass natürliche Materialien in Papierurnen zulässig sind, solange sie biologisch abbaubar sind und keine Gefahr besteht, dass sie ans Ufer gespült werden. Derzeit wird das Gesetz weiter konkretisiert. Bei der SGD Süd in Neustadt an der Weinstraße wurden fünf Anträge eingereicht, wobei ein Unternehmen aus Mainz bereits Ende 2025 die erste Genehmigung erhielt.

Sebastian Trüb von Rheinbestattung Mainz berichtet von über zehn organisierten Flussbestattungen. Er setzt auf Gel-Aschebeutel, die sich schnell auflösen, sowie Überurnen aus Algenpapier, das sich binnen Stunden oder einem Tag zersetzt. Beide Routen, rheinaufwärts nach Mainz und rheinabwärts nach Eltville, sind beliebt.

Das Bestattungsgesetz wird 2030 überprüft, um mögliche Änderungen an der Urnenbeschaffenheit zu evaluieren. Bis dahin bleibt die Herausforderung bestehen, geeignete Materialien zu finden, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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