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Nachricht vom 07.02.2026    

Nicole nörgelt . . . über sinnlose Gewalt

Von Nicole

GLOSSE | Wieviel ist ein Menschenleben in unserer Gesellschaft eigentlich noch wert? Scheinbar noch nicht einmal so viel wie eine Monatsfahrkarte.

(Symbolfoto)

GLOSSE! Wenn man in den Nachrichten liest, dass ein Schwarzfahrer einen rechtschaffenen Fahrkartenkontrolleur und Familienvater, der nur seiner Pflicht nachgeht, ohne jedes Zögern tödlich verletzt, ist das doch kaum zu glauben. Nur weil jemand das Geld für die Fahrkarte sparen wollte, müssen jetzt zwei Kinder ohne ihren Vater und ohne ihren Ernährer aufwachsen. Da wundert es ja wohl kaum noch jemanden, dass es Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Rettungsdienst immer schwerer haben, Arbeitskräfte zu finden, wenn selbst schon der Fahrkartenkontrolleur um sein Leben fürchten muss.

Was aber noch schlimmer ist, ist, dass dem Täter wahrscheinlich wieder kaum etwas passieren wird. Der Strafverteidiger wird auf Körperverletzung mit Todesfolge plädieren („Mein Mandant wollte den Mann ja gar nicht umbringen, er hat nur nach ihm geschlagen und der Kontrolleur ist dann unglücklich gestürzt. Das war alles nur eine Verkettung unglücklicher Umstände.“), der Täter wird sagen, dass er eine furchtbare Kindheit hatte, sich kein Ticket leisten konnte und dann aus Angst vor der Anzeige zugeschlagen habe. Was bitte ist das denn für ein Argument? Niemand hat das Recht, einen anderen zu verletzen oder seines Lebens zu berauben – Ende der Durchsage.

Wenn dann noch nur einen Tag später ein 14-jähriger Junge mutmaßlich von einem Zwölfjährigen, der natürlich nicht strafmündig ist, brutal erstochen wird, dann zeigt das ja wohl, dass in dieser Gesellschaft gerade eine Menge schief läuft. Wer mit zwölf Jahren mit einem Messer auf einen anderen Menschen losgeht und diese Tat sogar im Vorfeld plant, der weiß definitiv, dass das kein Spiel und beileibe nicht harmlos ist. Mit 16 wählen wollen, aber bitte bis 21 Jugendstrafrecht in Anspruch nehmen und bei Mord mit zwölf strafunmündig sein – das passt nicht zusammen.




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Sind wir so weit gekommen, dass Leute, die wir als störend in unserem Umfeld empfunden werden, einfach aus dem Weg geräumt werden? Weil es ja doch weitestgehend konsequenzlos bleibt und scheinbar einfach egal ist, wenn ein Menschenleben ausgelöscht wird?

Unter dem Aspekt sollte man auch das Strafrecht in Deutschland eventuell einer genauen Prüfung unterziehen. Solche Taten geschehen doch vor allem in Gesellschaftsformen, in denen sie nicht hinreichend bestraft werden. Der Mörder des alleinerziehenden Vaters kriegt dann vielleicht zwei oder drei Jahre, womöglich noch eine Bewährungsstrafe wegen einer positiven Sozialprognose, aber wer sorgt für die beiden Kinder, die jetzt keine Eltern mehr haben? Das interessiert nach einem ersten empörten Aufschrei niemanden mehr. Wie wäre es denn, wenn der Mörder bis zur Volljährigkeit für den Unterhalt der beiden Kinder arbeiten müsste, um wenigstens ein bisschen seiner Schuld zurückzuzahlen? Wer einen Menschen tötet, der kriegt möglicherweise Bewährung, aber wer die GEZ, den Parkschein oder seine Steuern zu spät zahlt, der wird die unerbittliche Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

In diesem Sinne, es wird Zeit, dass sich in dieser Gesellschaft etwas ändert. Und dazu ist nicht nur die Politik in der Pflicht, sondern alle Bürger, die in diesem Land wieder ohne Angst in die Städte und die Öffentlichkeit gehen wollen.

Ihre Nicole

Definition einer Glosse
Als Glosse wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor mit aktuellen Nachrichten auf satirische Art und Weise auseinandersetzt. Die Themen einer Glosse können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
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