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Pressemitteilung vom 04.02.2026    

LEADER-Programm im Westerwald: Zukunft der ländlichen Entwicklung im Fokus

Am 2. Februar besuchte der Europaabgeordnete Ralf Seekatz den Westerwald, um ein LEADER-gefördertes Projekt zu besichtigen und über die Zukunft des Förderprogramms zu diskutieren. Die Veranstaltung bot einen tiefen Einblick in die Bedeutung von LEADER für die Region.

Die drei Lokalen Aktionsgruppen Westerwald, Westerwald-Sieg und Raiffeisen-Region tauschten sich mit dem Europaabgeordneten Ralf Seekatz (6. v. rechts) über die Zukunft des LEADER-Förderprogramms aus. Foto: Petra Schneider

Seck/Region. Die Zukunft des europäischen LEADER-Programms zur ländlichen Entwicklung stand am 2. Februar im Mittelpunkt eines hochrangigen Austauschs im Westerwald. Die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Westerwald, Westerwald-Sieg und Raiffeisen-Region hatten den Europaabgeordneten Ralf Seekatz eingeladen, um vor Ort ein LEADER-gefördertes Projekt zu besichtigen und gemeinsam über die Bedeutung des EU-Förderprogramms in der Region zu sprechen. Mehr als zwölf Millionen Euro wurden in der vergangenen Förderperiode in Vorhaben im Westerwald investiert. Die Projekte umfassten Bereiche wie Ehrenamt, Tourismus, Naturschutz und regionale Wirtschaft bis hin zur Dorfentwicklung. In der laufenden Förderperiode stehen mehr als acht Millionen Euro EU-Mittel bereit. Das Ziel ab 2028 ist klar: Das bewährte "Bottom-up"-Programm soll weiterhin ein zentraler Pfeiler der ländlichen Entwicklung bleiben.

Praxisnahe Förderung am Beispiel Hofgut Dapprich
Dass LEADER weit mehr ist als reine Fördermittelvergabe, zeigte sich bei der Besichtigung des Hofguts Dapprich. Inhaber Bernd Schneider präsentierte die Pläne zum Bau von barrierefreien Ferienwohnungen und Seminarräumen auf dem Hofgelände, die mit rund 220.000 Euro über die LAG Westerwald gefördert werden. Dieses Projekt fördert neben dem Tourismus auch die Inklusion und schafft neuen Raum für Umweltbildungsangebote.

"Für den Westerwald ist LEADER seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil der ländlichen Entwicklung, mit dem wir hier in die Zukunft investieren. Da die Herausforderungen, vor denen ländliche Räume stehen, nicht kleiner werden, brauchen wir weiterhin eine sichere Finanzierung des Programms durch die Europäische Union", forderte Landrat Achim Schwickert, Vorsitzender der LAG Westerwald.

Eine europäische Erfolgsgeschichte im Westerwald
Ob Tourismus, Daseinsvorsorge oder Ehrenamt - LEADER macht die Europäische Union vor Ort erlebbar. In den 21 LEADER-Regionen in Rheinland-Pfalz engagieren sich rund 650 Menschen in den LAGs, um Projekte unmittelbar am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu entwickeln. Im Westerwald ist das Programm seit vielen Jahren fester Bestandteil der ländlichen Entwicklung und wichtige Stütze zur Umsetzung innovativer Projekte, die genau auf die regionalen Anforderungen zugeschnitten sind.

"LEADER macht die EU auf dem Land direkt spürbar. Die Menschen vor Ort treffen in den LAGs die Entscheidungen und sehen, wie Europa direkt vor der eigenen Haustüre wirkt. Ohne LEADER würde es viele Angebote in den unterschiedlichen Lebensbereichen heute nicht geben", urteilte Rolf Schmidt-Markoski, Vorsitzender der LAG Westerwald-Sieg.




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EU-Rahmenbedingungen sind derzeit auf dem Prüfstand
Aktuell werden in Brüssel Vorschläge zur Neugestaltung der EU-Förderung ab 2028 diskutiert. Dabei geht es neben der Bedeutung von LEADER insgesamt auch um die Mittelausstattung der LEADER-Regionen im Vergleich zu anderen Förderprogrammen, etwa für die Landwirtschaft. Die LEADER-Regionen wünschen sich von der EU strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen, die ihre erfolgreiche Arbeit auch in der kommenden Förderperiode sichern.

"LEADER hat sich zu einer Art Bürgerbewegung im ländlichen Raum entwickelt und setzt genau da an, wo der Bedarf vor Ort besteht. Das Programm stellt damit einen echten Mehrwert dar und muss auch weiterhin in seiner ganzen Breitenwirkung erhalten bleiben, um den Menschen eine gute Zukunft im ländlichen Raum sichern zu können", so Manuel Seiler, Vorsitzender der LAG Raiffeisen-Region.

Die Regionalmanagerinnen und der Regionalmanager der LEADER-Regionen im Westerwald (Viola Emily Elsenbroich und Sarah Pfeil (Westerwald), Marion Gutberlet (Raiffeisen-Region) und Niklas Mäder (Westerwald-Sieg)) sehen neben der Wirkung der Fördermittel auch den LEADER-Ansatz als wichtigen Beitrag für eine demokratische Gemeinschaft in den ländlichen Räumen. LEADER ist durch den Bottom-up-Ansatz in den LAGs gelebte Demokratie.

Europaabgeordneter Ralf Seekatz informierte sich vor Ort
Der Austausch mit dem Europaabgeordneten Ralf Seekatz diente dazu, die Forderungen der rheinland-pfälzischen LEADER-Regionen direkt nach Brüssel zu adressieren. Im Rahmen des Besuchs konnte er sich direkt vor Ort von den Vorzügen und Chancen des LEADER-Programms überzeugen: "LEADER ist eine Erfolgsgeschichte und funktionierender Bestandteil der europäischen Förderpolitik. Daran sollten auch in Zukunft keine Abstriche gemacht werden, um Europa weiterhin im ländlichen Raum zu repräsentieren", sagte Ralf Seekatz.

Der Besuch von Ralf Seekatz verdeutlichte: Europa ist kein abstraktes Konstrukt, sondern unter anderem dank LEADER ein handfestes Werkzeug für die Gestaltung des ländlichen Raums. Für die Region steht fest, dass dieser direkte Draht nach Brüssel auch in Zukunft nicht abreißen darf, um die Lebensqualität vor Ort nachhaltig zu sichern. PM/Red


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