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Nachricht vom 09.12.2021    

Hören Tiere und Menschen unterschiedlich?

Beim Menschen sieht man einen Teil des Hörorganes sofort, rechts und links vom Kopf, mal größer, mal kleiner: die Ohren. Menschen hören in einem Frequenzbereich von etwa 20 bis 20.000 Hertz, das heißt, von sehr tiefen Brummtönen bis hin zu schrillen Pfiffen.

Fotos: Zoo Neuwied

Neuwied. Am besten können wir Menschen Frequenzen zwischen 500 und 5000 Hertz wahrnehmen, in diesem Bereich liegt auch die menschliche Sprache. Aber wie ist es um das Hörvermögen von Tieren bestellt, deren Ohren man nicht auf den ersten Blick sieht? Hören die Zootiere uns Menschen überhaupt, wenn wir versuchen, mit ihnen zu kommunizieren?

„Die Schimpansen, unsere nächsten Verwandten im Tierreich, haben nicht nur ähnlich aussehende Ohren wie wir, sondern hören auch in einem vergleichbaren Frequenzbereich“, erklärt Jasmin Kuckenberg, die stellvertretende Zoodirektorin. „Anders die Vogelspinnen: Sie haben keine Ohren im klassischen Sinne, sondern verschiedene Arten von Haaren. Einige von ihnen dienen als Hörhaare, die sogenannten Trichobothrien.“ Diese funktionieren ähnlich wie die Haarzellen im menschlichen Innenohr und reagieren auf Schallwellen, die in für menschliche Verhältnisse tiefen Frequenzbereichen von maximal 600 Hertz liegen. In diesem Bereich liegen die Geräusche, die von den Flügelschlägen der Beutetiere erzeugt werden. Bei der Jagd reagieren diese Spinnen also nicht nur auf Vibrationen auf dem Boden oder in ihren Netzen, sondern auch auf Geräusche.



Noch tiefere Töne können Tauben wahrnehmen: Sie hören sogar Töne, die unter einer Frequenz von 20 Hertz liegen, diese nennt man auch Infraschall. Die tiefen Schallwellen breiten sich sehr weit aus und helfen den Tauben bei der Orientierung auf Langstreckenflügen.

„Auch Fledermäuse, wie unsere Brillenblattnasen, orientieren sich anhand von Schallwellen, allerdings am anderen Ende des Spektrums: Die bei der Echoortung reflektierten Schallwellen bewegen sich im Ultraschallwellenbereich ab 200.000 Hertz“, weiß Jasmin Kuckenberg, und erläutert weiter: „Diese Töne können vom Menschen ohne technische Hilfsmittel kaum wahrgenommen werden.“

Ganz egal, ob große oder kleine Ohren, Ohrmuscheln oder Hörhaare: Geräusche sind für die allermeisten Zootiere wichtig für Kommunikation und Orientierung. „Also hören die Tiere die Geräusche nicht nur, mit denen versucht wird ihre Aufmerksamkeit zu erregen, sondern fühlen sich dadurch genau wie wir bisweilen gestört. Tierbeobachtungen, die man ganz in Ruhe macht, sind daher die schönsten – für Mensch und Tier“, rät die Biologin.



Mehr dazu:   Zoo Neuwied  
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