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Nachricht vom 14.03.2021    

Orgelschüler an der Königin der Instrumente

Die Orgel wird seit jeher die „Königin der Instrumente“ genannt. Ihr einzigartiger Klang war es, der den damals 16-jährigen Leo Wildauer auf das besondere Instrument aufmerksam machte.

Orgelschüler Leo Wildauer aus Nisterau spielt die Orgel in der Evangelischen Kirche in Hof. Fotos: Sabine Hammann-Gonschorek

Bad Marienberg/Hof. Spontan fragte er nach einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Hof, ob er mal ein paar Töne spielen dürfe – und war fasziniert.

„Das Spielen hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich sofort dran geblieben bin an diesem tollen Instrument. Die Musik der Orgel hat mich einfach verzaubert“, sagt Leo Wildauer heute. Denn knapp zweieinhalb Jahre nach diesem Tag, hat der Abiturient aus Nisterau die erste Orgel-Prüfung, die sogenannte D-Prüfung, abgelegt. “Leo ist begabt, war stets interessiert und hat viel getan, um sein Ziel zu erreichen“, sagt Kirchenmusikerin Eva Maria Mombrei über ihren Schüler. Und das, obwohl natürlich auch der Orgelunterricht von der Corona-Pandemie betroffen ist. „Der Präsenzunterricht war sowohl im Frühsommer 2020 als auch im Herbst nicht erlaubt. Leo hat in dieser Zeit selbständig üben müssen und gut gearbeitet, und er hat sich auch auf die Prüfungsstücke weitgehend eigenständig vorbereitet. Das eine beachtliche Leistung.“

Generell ist es ein Vorteil, aber keine Bedingung, wenn man schon Kenntnisse im Klavierspielen hat. Es sollte aber natürlich Interesse an der Musik und der Orgel im Besonderen vorhanden sein. Das Evangelische Dekanat Westerwald fördert Orgelschüler mit einem finanziellen Zuschuss zu den Unterrichtsstunden.

Leo Wildauers Ausbildung bestand aus praktischem Orgelspiel, Liederkunde, Musiktheorie, Harmonielehre und evangelischer Liturgie. Während der Ausbildung hat er an einer Vielzahl an Orgeln dekanatsweit geübt, unter anderem begleitete er Gottesdienste in Bad Marienberg, Fehl-Ritzhausen, Höhn, Emmerichenhain und Alpenrod. Und an seiner Lieblingsorgel, der Döring-Gottwald-Orgel in der Johanneskirche in Neunkirchen. „Der füllige und warme Klang des Barockorgel-Nachbaus klingt extrem schön und der eingebaute Zimbelstern (ein Glöckchen-Element) ist eine Besonderheit“, sagt Wildauer.

Seine D-Prüfung legte er schließlich durch die Begleitung eines Gottesdienstes in der Evangelischen Kirche in Hof mit anschließendem Kolloquium bei Dekanatskantor Jens Schawaller ab. Für seine Gestaltung des Gottesdienstes erhielt der Prüfling im Anschluss spontan Applaus der Gottesdienstbesucher. Der Zuspruch ist eine besondere Freude für Leo Wildauer: „Durch das Orgelspiel kann ich auf Menschen positiv einwirken. Es ist ganz toll, wenn mal nach dem Gottesdienst Leute zu mir kommen und sagen: Das war sehr schön! Oder: Die Orgelmusik hat mich näher zu Gott gebracht.“



Er ist davon überzeugt, dass die musikalische Interpretation der Liedtexte den Inhalt noch mal viel zugänglicher macht: “Manche Lieder aus dem Gesangbuch, wie zum Beispiel: „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffen auf ihn allezeit“, ist als Text allein vielleicht für den einen oder anderen trocken und macht keinen Spaß. Aber in Musik gepackt und gesungen, entfaltet das eine ganz andere Wirkung. Genau dieses Lied empfinde ich als besonders schön und trostspendend.“

Der 18-jährige Leo Wildauer will weiterhin Musik machen. Er singt in einem Chor von Propstei-Kantorin Petra Denker und plant nach seinem Abitur am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg Musik auf Lehramt zu studieren. Und natürlich weiter Orgel zu spielen. Inzwischen hat die Evangelische Kirchengemeinde Bad Marienberg ihn offiziell als Organisten in Hof eingestellt. Ein Video-Interview mit Leo Wildauer ist auf dem You Tube „Kirchenkanal“ der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Marienberg zu sehen. Erreichbar auch über Link von www.evangelischimwesterwald.de.

Die Landesmusikräte in Deutschland haben die „Königin der Instrumente“, die Orgel, zum Instrument des Jahres 2021 gekürt. Das größte Musikinstrument der Welt ist damit das erste Tasteninstrument, das diese Würdigung erfährt. Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. (shg)


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