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Die Stöffel-Mäuse on Tour in die Vergangenheit
Dass der Westerwald im Zeitalter des Tertiärs vor etwa 25 Millionen Jahren ganz anders als heute war, ist klar, aber wie genau anders? Dieser Frage gingen die Lernerinnen und Lerner des Dernbacher privaten Ganztagsgymnasiums Raiffeisen-Campus bei einer besonderen Exkursion Anfang April 2017 nach.
Die Lernerinnen und Lerner der 6. Klassen in der Historischen Werkstatt. Foto: privatDernbach. Unter der Aufsicht ihrer Lernbegleiter Sun und Preusser hielten sich die Lernerinnen und Lerner der 6b im Stöffel-Park in Enspel bei Bad Marienberg auf. Der ehemalige Basalt-Steinbruch stellt ein ganzes, praktisch komplett versteinertes Ökosystem dar. Ein Vulkanausbruch bedeckte die Sedimente, die man heute als Ölschiefer kennt.

Und genau hier, wo sich zahlreiche fossile Überreste entdecken lassen, betätigten sich die jungen Lernerinnen und Lerner als Bergarbeiter, Archäologen, Geologen und Paläontologen. Sie suchten das gesamte Areal nach Indizien und Hinweisen ab, um spannende archäologische, biologische und nicht zuletzt historische Fragen beantworten zu können. Und tatsächlich wurden auch ihre Bemühungen reichlich belohnt. So entdeckten sie unter anderem versteinerte Pflanzenteile, eine halbe Kaulquappe, die bis zu 20 Zentimeter lang werden konnte. Auch verschiedene Pflanzensamen und kleine Wirbel gehörten zu ihrer Tagesbeute. Auf diese Weise machten sie sich ein klares Bild darüber, wie anders der Westerwald vor 25 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte.

Der Park bietet tolle Lernmöglichkeiten nicht nur im Bereich der Biologie, auch geologisch Interessierte sowie Heimatkundler und Historiker kommen auf ihre Kosten: Die Arbeitsbedingungen, unter denen hier Basalt abgebaut wurde, die verwendeten Werkzeuge und Maschinen sind in der historischen Werkstatt im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah.

Als Krönung des mit praktischem und anschaulichem Lernen angefüllten Tages wurde eine kleine Chemiestunde im Freien veranstaltet. Dabei bauten die Lernerinnen und Lerner einen kleinen Vulkan nach, den sie anschließend mit Backpulver und einer schwachen Säure (Essig in einem Reinigungsmittel) zum „Ausbruch“ brachten. (PM Raiffeisen-Campus)
Nachricht vom 20.04.2017 www.ww-kurier.de