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„Zumutbares und Schönes auf einen Nenner bringen“

Wandertouren in der Verbandsgemeinde (VG) Montabaur und auch in weiteren VG's des Westerwaldkreises sollen aufgewertet und nach anerkannten Qualitätskriterien als „Wäller Touren“ angelegt werden. Dies hat kürzlich der VG-Rat Montabaur einmütig beschlossen. Um entsprechende Touren zu erfassen, wurden jetzt die ersten Routenteams in einer speziellen Schulung durch das Deutsche Wanderinstitut in Marburg für die Auswahl entsprechender Wanderrouten vorbereitet.
„Zumutbares und Schönes auf einen Nenner bringen“

Die Teilnehmer der ersten Routenteam-Schulung sind künftig für die Auswahl von

Welschneudorf/Montabaur. Die erste Routenteam-Schulung, die auf Einladung des Westerwald Gäste-Service in den Räumen des Hotels Rückerhof in Welschneudorf stattfand, stand unter der Leitung von Matthias Gruber, zuständig für die wandertouristische Fachberatung und Projektbetreuung beim Deutschen Wanderinstitut in Marburg. Für die VG Montabaur waren neben der VG-Tourismusbeauftragten Karin Maas auch Oswald und Rainer Böckling (Westerwald-Verein, Zweigverein Montabaur) sowie Astrid Sturm, Facbereichsleiterin „Wege“ beim WW-Verein als Schulungsteilnehmer vertreten. Außerdem waren Mathias Weber (Mittelhof) für die VG Wissen (Kreis Altenkirchen), Siegbert Heider (Nauort) für die VG Ransbach-Baumbach und Paul Schmidt (Höhr-Grenzhausen) für die VG Höhr-Grenzhausen mit von der Partie.

Darüber hinaus nahmen Andreas Rompf (Stadt Haiger) und Julia Demandt (Stadt Dillenburg) an der Schulung teil. Sie wollen im Drei-Länder-Eck Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen den Westerwald-Steig, den Rothaar-Steig und den Lahn-Dill-Berglandpfad durch „Wäller Touren“ miteinander verknüpfen.

Ziel der Schulung sei es, einheimische Wegescouts zu finden und damit vertraut zu machen, wie zertifizierte Wanderwege nach dem Qualitätslabel „Wanderbares Deutschland“ aussehen sollen, so Matthias Gruber im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei stehen Rundwanderwege im Vordergrund, denn sie stehen bei Wanderern in der Beliebtheitsskala weit oben. „Wir wollen für diese Touren das Zumutbare und das Schöne auf einen Nenner bringen – mit einem Hauch von Abenteuer“, fasste Gruber das Ziel künftiger Wege-Erkundungen zusammen.

Im theoretischen Teil der Schulung ging es denn auch um die Darstellung von Erlebniskriterien, die eine ausgewählte Route erfüllen muss. „Dazu zählt alles, was ein Wanderer positiv erleben kann, wie Landschaft und Natur, Bodendenkmäler, Waldstrukturen oder markante Landschaftselemente “, so Gruber. Wichtig sei, dass eine Route so zusammengestellt ist, „dass man sich ständig durch eine positiv stimulierende Landschaft bewegt“. Dazu gehört auch, dass die so genannten „Wanderportale“, wo die Rundwanderwege in der Regel ihren Ausgangspunkt haben, einen Eingangs-Charakter haben – mit Sitzgelegenheiten und Informationstafeln, die neben einem Überblick über die Wanderwege und deren Charakter auch Hinweise auf andere ähnliche Routen in der Region sowie weitere touristische Inhalte bereithalten.

Bei den „Wäller Touren“, so Katrin Schneider, Projektmanagerin Westerwald-Steig beim Westerwald Touristik-Service gegenüber ww-kurier, handelt es sich um die so genannten „Extratouren“, die entweder direkt mit dem Westerwald-Steig verbunden oder in der Fläche angelegt werden können. Diese Touren werden gleichberechtigt neben dem Westerwald-Steig mit Premium-Qualität geplant und unter dem Markennamen „Wäller Touren“ auf dem Markt platziert werden. Sie sollen dabei innerhalb dieses Markennamens mit einem eigenen Namen z.B. „Töpferweg“, „Limesroute“, „Bergwerkspfad“ „Klosterweg“, „Greifenstein-Schleife“ etc. vermarktet werden.

Die „Wäller Touren“ werden eine Länge zwischen 7 und 50 Kilometer haben und es wird zwischen Ein- und Mehrtageswanderungen unterschieden. So ist beispielsweise der Klosterweg ein klassischer Eintageswanderweg und die kürzlich umgesetzte Greifenstein-Schleife ein Mehrtageswanderweg.

Bei der Planung sollte darauf geachtet werden, dass die „Wäller Touren“ nicht über einen Zwei- bis Drei-Tages-Etappenweg hinausgehen sollten, so Schneider weiter. Die Länge der Route sollte 50 Kilometer nicht wesentlich überschreiten, da man bei einem durchschnittlichen Wandergast von einer Tagesetappenlänge von 15 Kilometer ausgehen sollte.

Die „Wäller Touren“ werden überwiegend durch das „Deutsche Wanderinstitut“ zertifiziert. Eine Zertifizierung durch den Deutschen Wanderverband (DWV) ist erst ab einer Länge von 20 Kilometern möglich.

Am zweiten Tag der Schulung konnten die Teilnehmer in freiem Gelände ihre theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Bei einer Wanderung im Bereich des Arzbacher Kopfs suchten sie nach einer Tour, die den Anforderungen für eine qualifizierte Wanderstrecke entsprechen könnte. Die endgültigen „Wäller Touren“ sollen bis Herbst/Winter 2011 ausgewiesen sein. (art)

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