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Nachricht vom 11.03.2018 - 23:03 Uhr    

Initiative Organspende informiert an rheinland-pfälzischen Schulen

Nicht zuletzt angesichts der niedrigen Spenderzahlen ist Organspende ein aktuell diskutiertes Thema. Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz will in den Wochen vor den diesjährigen Sommerferien in einer großen Informationstour für das Thema sensibilisieren. Allein in Rheinland-Pfalz gab es laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) im Jahr 2017 38 Organspender und 137 gespendete Organe, demgegenüber stehen landesweit etwa 440 schwer kranke Menschen auf der Warteliste.

Organspende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.(Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung/Hardy Welsch)

Region. Die Wochen vor den diesjährigen Sommerferien nutzt die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz für eine Aufklärungsaktion an Schulen. Anlässlich des Tages der Organspende, der jährlich am ersten Samstag im Juni begangen wird, bietet die Initiative gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Junge Helden e.V. Informationsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz an. Vom 1. bis 21. Juni 2018 sind Referenten im Land unterwegs, um über Organspende zu informieren und Fragen zu beantworten. Interessierte Lehrkräfte und Schulen können sich bis 20. April 2018 für eine Veranstaltung in ihrem Haus bewerben.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe
„Organspende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und unsere Schulen bieten eine wichtige Kommunikationsplattform, um ein solch wichtiges Thema umfassend zu diskutieren,“ sagt Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), unter deren Federführung die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz agiert. Er betont: „Bei einem so sensiblen Thema ist es wichtig, persönlich ins Gespräch zu kommen. Wir möchten die individuellen Fragen der jungen Menschen klären, um ihnen bei der persönlichen Entscheidungsfindung Orientierung zu geben.“ Laut Transplantationsgesetz dürfen Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ihre Entscheidung pro oder contra Organ- und Gewebespende selbst treffen, bereits ab dem 14. Lebensjahr dürfen sie einer Spende widersprechen.

Die Informationsveranstaltungen werden durch einen kurzen Input zu Zahlen und Fakten sowie einen Film zum Thema eingeleitet. „Uns geht es darum, dass jeder in der Lage ist, auf Basis von Wissen eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen und diese mit seiner Familie und seinen Freunden zu besprechen. Denn sonst müssen die Hinterbliebenen über diese schwierige Entscheidung mutmaßen,“ erläutert Angela Ipach, Geschäftsführerin und Mitgründerin des Vereins Junge Helden. Auch Erfahrungsberichte von Transplantierten oder Angehörigen von Organspendern können in Absprache mit den Lehrkräften in das Programm integriert werden.

Großer Informationsbedarf
„Insbesondere die Schulbesuche zeigen uns, wie viel Interesse aber auch Unwissenheit zum Thema Organspende besteht und wie wichtig das offene und direkte Gespräch ist. Vielen ist beispielsweise gar nicht bewusst, dass der seltene Fall des Hirntods Voraussetzung für eine mögliche Organspende ist,“ unterstreicht Ipach. „Mit unserer Schultour knüpfen wir an aktuelle Ergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an,“ erklärt Dr. Krell. Diese hat in einer repräsentativen Umfrage in Deutschland herausgefunden, dass gerade Jugendliche für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen offen sind. Während 42 Prozent der Befragten sich mehr Informationen zum Thema Organspende wünschen, sind es bei den 14 -bis 25-Jährigen sogar 54 Prozent.

Nicht zuletzt angesichts der niedrigen Spenderzahlen ist Organspende ein aktuell diskutiertes Thema. In Rheinland-Pfalz gab es laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) im Jahr 2017 38 Organspender (2016: 38) und 137 gespendete Organe (2016: 124). Demgegenüber stehen in Rheinland-Pfalz etwa 440 schwer kranke Bürgerinnen und Bürger auf der Warteliste. Sie hoffen auf Spenderorgan, das ihr Leben rettet oder ihnen zu einer besseren Lebensqualität verhilft.

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