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Kultur | Hachenburg

Marienstatter 19. Osterjubel in Blech

Am Ostermontag erlebten die Zuhörer in der voll besetzten Abteikirche des Klosters Marienstatt einen akustischen Festtagsschmaus. Frater Gregor Brandt veranstaltete ein packendes Konzert mit Blechbläserquartett, Harfe und Orgel mit Werken aus fünf Jahrhunderten.
Marienstatter 19. Osterjubel in Blech

Fotos: Wolfgang Tischler

Marienstatt. Es spielte das Ensemble Glissando aus Stuttgart mit den renommierten Trompetern Thomas Kiess und Christian Tolksdorff, dem Hornisten Michael Nassauer und dem Posaunisten Matthias Nassauer. Auf der Harfe spielte Emilie Jaulmes und an der Rieger-Orgel der Basilika saß Joachim Weller, Kantor am Dom zu Speyer. Diese Zusammenstellung bot eine spannende Klangherausforderung und die Auswahl der Kompositionen eine positive Stimmung. Frater Gregor Brandt begründete zu Beginn: „An Ostern wird die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben gestillt… Wir können die Welt verändern, wenn auch vielleicht nur in kleinen Schritten. Gott gibt uns dazu die Chance und die Kraft. Leid und Tod haben nicht das letzte Wort. Wir feiern das Leben mit Musik, die das Leben von der positiven Seite sieht und die österliche Lebensfreude näher bringt.“

Der musikalische Spannungsbogen umfasste virtuos vierstimmig geblasene Barockmusik – wie „Suite“ von Michael Praetorius ebenso wie die als „Eurovisionsmelodie“ bekannte „Suite“ von Marc-Antoine Charpentier und schwungvolle Negro Spirituals „Down Home“ und „Joshua Fit the Battle“, sphärische Harfenmusik wie die Soli „Die Quelle Opus 23“ mit perlend sprudelnden Wasserklängen oder das „Harfenkonzert opus vier Nummer sechs“ von Georg Friedrich Händel mit schwungvoller, zarter und auch tänzerischer Anmutung.

Die große Rieger-Orgel brachte die Kirche raumfüllend und wiederhallend zum Klingen beim sieghaften „Incantation Pour Un Jour Saint (Lumen Christi)“ von Jean Langlais und dem eher volkstümlichen „Allegro cantabile“ von Charles-Marie Widor. Raumgreifendes Volumen erfasste ebenso die Zuhörer bei den Kompositionen für Blechbläserquartett und Orgel, zum Beispiel bei Frieda Fronmüllers Instrumentalwerk „Christ ist erstanden“ oder Francesco Manfredinis „Konzert in D-Dur für zwei Trompeten und Orgel“, zu dessen Darbietung die Trompeter in der Höhe neben dem Organisten standen und so die Musik auf das Auditorium herniederschweben ließen.

Ganz spannend erwiesen sich die Stücke, in denen Blechbläser, Harfe und Orgel in Dialoge traten: Eingangs „Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ von Magdalena Schauß-Flake, bei dem die Bläser zart und zurückhaltend der Harfe die Möglichkeit ließen, durch das ganze Kirchenschiff zu klingen. Besonders variantenreich und eindrücklich muteten drei Bearbeitungen an zu „Erschienen ist der herrlich Tag“ von Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach und Magdalena Schauß-Flake mit Vorspiel für Blechbläserquartett, Harfen-Solo und einem Nachspiel aus der „Ostermusik“, bei dem nach der Jubelfanfare der Bläser die Orgel das Echo erklingen ließ vor einem gemeinsamen fröhlichen Finale.

Stehende Ovationen des Publikums belohnten die Künstler für ihre stimmungsvollen und lebensbejahenden Darbietungen und veranlassten die sechs Musiker zu einer besonderen gemeinsamen Zugabe: „Der Mond ist aufgegangen“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Sonne allerdings durch die Wolken gekämpft und ließ die Abteikirche gemäß dem Osterjubel in hellem Licht erstrahlen. htv

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