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Kultur | Alsbach

Passionskonzerte Montabaurer Kantorei und Cappella Taboris

Mit einem für Karfreitag in der evangelischen Kirche eigentlich ungewohnt satten Orchesterklang begann die Johannespassion des barocken Komponisten Alessandro Scarlatti, der die Leidensgeschichte Jesu in dramatische und bewegende Musik umgesetzt hat. Die Montabaurer Kantorei und die Cappella Taboris meisterten dieses Werk gemeinsam unter der bewährten Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller
Passionskonzerte Montabaurer Kantorei und Cappella Taboris

Montabaurer Kantorei. Fotos: privat

Alsbach/Montabaur. Künstlerische Qualität bewiesen die Akteure bei den beiden Aufführungen in der evangelischen Nicolaikirche in Alsbach und in der sehr gut besuchten Lutherkirche in Montabaur in besonderer Art und Weise: ist das Stück doch voller ausgeprägter Kontraste, die von allen Beteiligten eine hohe Aufmerksamkeit und beste Vorbereitung fordern. „Schnell war klar, dass wir uns eine Textbegegnung zwischen Alessandro Scarlatti und Johann Sebastian Bach wünschen“, erklärt der Dekanatskantor des unteren Westerwaldes, „und so kam es, dass wir die knapp einstündige Komposition des italienischen Komponisten um die elf Bachchoräle der Johannespassion aus der Feder des Thomaskantors erweitert haben – dadurch werden die einzelnen Handlungsstränge des Evangelienberichts noch einmal musikalisch-meditativ bedacht und kommentiert“.

Die Montabaurer Kantorei erwies sich auch hier wieder als ein stilsicheres Ensemble, das intonationsrein und stimmgeschult die Turbachöre und Bachchoräle im Wechsel mit der Cappella Taboris sang. Als Solisten wirkten Monika Schlößer (Testo) sowie in den weiteren Rollen des Johannesevangeliums Angelika Wies (Ancilla, Pilatus), Hildegard Sthamer (Petrus, Judaeus) und Ingo Jungbluth (Christus) als die Ensemblemitglieder der Cappella Taboris.

In besonderer Weise zeigte sich auch das inzwischen bereits sehr bewährte Streichquintett mit Cornelia Heppner (Violine), Heinz-Peter Krämer (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Anneke Jung (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass) und Susanne Schawaller (Cembalo): das Orchester musizierte dialogfreudig und kunstverständig die Partita über „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ von Johann Sebastian Bach, um die Musik zur Sterbestunde angemessen zu eröffnen.

„Es sei dem Förderverein Musica Sacra e. V. und dem Evangelischen Dekanat Selters noch einmal ausdrücklich dafür gedankt, mit dem neu erweiterten Chorpodest nun auch in der Lutherkirche endlich professionell mit der Montabaurer Kantorei und einem Orchester arbeiten zu können“, freut sich Dekanatskantor Schawaller, „außerdem verleihen wir mit der Musik zur Sterbestunde Jesu auch dem 50-jährigen Baujubiläum der Lutherkirche im 500. Jahr der Reformation einen würdevollen Ausdruck“.

Obendrein konnten beide Passionskonzerte wieder bei freiem Eintritt angeboten werden, was allen Aktiven ein wichtiges Anliegen ist. In liturgischer Hinsicht begleiteten Pfarrer Hartmut Failing in Alsbach und Pfarrer Michael Dietrich in Montabaur die Karfreitagsmusik; die Zuhörerinnen und Zuhörer erhoben sich nach beiden Konzerten schweigend von ihren Plätzen, um ihrer Ergriffenheit und ihrem Dank stillen Ausdruck zu verleihen.
(PM Jens Schawaller)

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