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Notfallseelsorger tanken im Jahresgottesdienst Kraft

Sie sind da und leisten Erste Hilfe für die Seele: die rund zwei Dutzend Männer und Frauen der Notfallseelsorge, die seit Jahren Menschen in Krisen beistehen. Eine Aufgabe, die wichtig ist und viel Kraft kostet. Deshalb achten die Helfer darauf, auch etwas für ihre Seele zu tun: in Gesprächen, Fortbildungen - oder in Gottesdiensten, wie nun in Neuhäusel.
Notfallseelsorger tanken im Jahresgottesdienst Kraft

Der Jahresgottesdienst der Notfallseelsorge in Neuhäusel hat den Helferinnen und Helfern gut getan. Fotos: Peter Bongard

Neuhäusel. Dort haben die Männer und Frauen ihren Jahresgottesdienst gefeiert und neue Kraft getankt. Und sie haben Verstärkung bekommen: Thorsten Schmidt aus Hellenhahn und Kevin Lehnhäuser aus Ransbach-Baumbach sind künftig Teil des Teams.

Kraft tanken. Das bedeutet für die Notfallseelsorger auch, die Gemeinschaft mit den Kolleginnen und Kollegen zu genießen und sich gegenseitig gute Worte zuzusprechen. So, wie es Pastoralreferent Rainer Dämgen zu Beginn des Gottesdienstes tat: „Wir haben mit Menschen zu tun, über die eine Katastrophe hereingebrochen ist. Gott ist in solchen Momenten bei uns und lässt uns erfahren, dass seine Kraft ist in unserer Schwachheit mächtig ist.“

Doch manchmal bleiben trotzdem Zweifel und die Ungewissheit darüber, ob der Dienst als Notfallseelsorger überhaupt irgendetwas bewegt. Der evangelische Pfarrer Axel Wengenroth kennt dieses Gefühl gut: „Wenn ich nach drei Stunden aus einem Einsatz komme, frage ich mich manchmal, ob ich etwas bewirken konnte. Ich schließe die Tür und lasse Menschen zurück, für die plötzlich nichts mehr gut ist. Und auf mich wartet schon der nächste Einsatz“, sagt er während seiner Predigt und fragt, warum die Helferinnen und Helfer diesen Dienst überhaupt tun. Wegen der öffentlichen Anerkennung und Wertschätzung? Wegen des Zusammenhalts unter den Kollegen? „Weil es Gottes Auftrag an uns ist“, sagt Wengenroth. „Er hat unsere Lebenswege so geleitet, dass wir heute Teil der Notfallseelsorge sind. Das ist kein Zufall, sondern Berufung.“ Ein Gedanke, der für Wengenroth befreiend ist, wie er zum Abschluss sagt: „Die Verantwortung für das Seelenheil der Menschen liegt nicht in unserer, sondern in Gottes Hand. Deshalb können wir die Betroffenen nach einem Einsatz loslassen und Ihm anvertrauen. Auch wenn wir meinen, dass gar nichts gut ist: Gott wird es wohl machen. Denn Er hat es versprochen.“

Worte, die den Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern gut tun – bei allen Personalsorgen, die das Team immer noch hat. Doch der Gottesdienst und die beiden Neuen in der Mannschaft machen den Helferinnen und Helfern Mut, dass ihre Arbeit auch im restlichen Jahr 2017 gesegnet ist. (bon)

Wer sich für die Arbeit der Notfallseelsorge interessiert, kann sich bei Pfarrerin Ulrike Braun-Steinebach unter der Telefonnummer 02602/950 459 oder per E-Mail an nfs.ww@t-online.de melden.
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