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Züricher Wurstessen in der Bartholomäuskirche

Huldrych Zwingli, der berühmte Reformator der Schweiz, eindrucksvoll verkörpert von Pfarrer Benjamin Schiwietz, sprach in der Bartholomäuskirche über sein Leben, seinen Glauben und seine reformatorischen Bestrebungen. Pfarrer Schiwietz brachte den Gottesdienstbesuchern den Theologen und den Menschen Zwingli und die Zeit der Reformation vor rund 500 Jahren nahe. Auch Zwinglis nicht eben freundschaftliches Verhältnis zu Martin Luther wurde thematisiert.
Züricher Wurstessen in der Bartholomäuskirche

Pfarrer Benjamin Schiwietz von der Ev. Kirchengemeinde Altstadt verkörperte den Schweizer Reformator Huldrych Zwingli mit schauspielerischem Talent. Fotos: Sabine Hammann-Gonschorek

Hachenburg/Altstadt. Die Besucher nahmen an einem Gottesdienst nach reformierter Liturgie teil. Im Anschluss waren die Gottesdienstbesucher in Tradition der Schweizer Reformation zu Bratwurst, Waffeln und Getränken eingeladen.

Mit dem ersten Züricher Wurstessen am 9. März des Jahres 1522 im Hause des Verlegers Christoph Froschauer wurde im Beisein zahlreicher Geistlicher, so auch Huldrych Zwingli, durch den Verzehr von Wurst demonstrativ gegen das geltende Abstinenzverbot der Kirche in der Fastenzeit verstoßen. Das Wurstessen hat für die Reformation in der Schweiz und die reformierte Kirche eine ähnlich bedeutende Rolle wie der Wittenberger Thesenanschlag für die Reformation in Deutschland und die lutherischen Kirchen. Gegessen wurden Züricher Fasnachts-Chüechli (Hefegebäck ohne Ei) und in dünne Scheiben geschnittene, scharfe Rauchwürstchen. Der Fastenbruch geriet zur öffentlichen Kontroverse und wurde als symbolische Demonstration der evangelischen Freiheit verstanden. Das Wurstessen bei Froschauer wurde dadurch ein wesentlicher Baustein der Reformbemühungen Zwinglis.

Die Gottesdienstreihe "Gestalten der Reformation", an der sich die Kirchengemeinden Altstadt, Hachenburg, Kroppach, Alpenrod und Emmerichenhain beteiligen, thematisiert die bekannten und unbekannten Reformatoren im Reformationsjahr 2017. Martin Luther ist mit Abstand die bekannteste Gestalt der Reformation. Aber er war nicht alleine. Von seinen Gedanken ließen sich viele anstecken. Andere nahmen Impulse Luthers auf, dachten sie weiter und veränderten sie. Die Predigtreihe "Gestalten der Reformation" schaut ganz bewusst über den Tellerrand Luthers hinaus.

Ihre Biographien und ihr Denken als Schatz für die evangelischen Christen neu zu entdecken, dazu möchten die "Reformatoren-Gottesdienste" mit Pfarrer Hilmar Lenz über Martin Frecht, Pfrin einladen, wie auch weiterhin die Gottesdienste mit Katrin Krüger über Johann Walter, Pfarrerin Inge Orglmeister über Margarete Blauer, Pfarrer Ulrich Schmidt über Jean Calvin, Pfarrdiakonin Ulrike Weller über Elisabeth Cruciger, Pfarrerin Gabriele Frölich über Katharina von Bora, Pfarrer Benjamin Schiwietz über Huldrych Zwingli und Dekan Martin Fries über Martin Luther. Weitere Termine der Gottesdienstreihe "Gestalten der Reformation" gibt es auf www.evangelischimwesterwald.de. (shg)
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