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Nachricht vom 20.07.2016 - 12:16 Uhr    

Stadtrat Montabaur fasste viele Beschlüsse

Kurz vor der Sommerpause hat der Stadtrat von Montabaur noch einmal getagt. Die Mischung der Themen war dabei so bunt wie das Leben in der Stadt selbst: Kunstrasenplatz Horressen, Tiergarten- und Gerichtsstraße sowie Judengasse: Sanierung und Ausbau und Sonnenblumenweg in Eschelbach: Fertigstellung, Hunsrückstraße: Fahrbahnerneuerung, Stadtmauer, B05, Neubau Kindertagesstätte „Krankenhaus“, Gastronomie im Haus Mons Tabor. Hier ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen:

Der rechte Teil des Gerüsts steht schon an der Stadtmauer, links wird nun ein Podest gebaut, auf dem dann das der noch fehlende Abschnitt des Gerüsts aufgesetzt wird. Foto: VG Montabaur

Montabaur. Der Kunstrasenplatz im Stadtteil Horressen wird derzeit grundlegend saniert. Die Sanierung war dringend notwendig, da nicht nur der alte Kunstrasen verschlissen war, sondern auch die Grundtragfähigkeit, Wasserdurchlässigkeit und Frostsicherheit des Baugrundes nicht mehr gewährleistet waren. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Sanierung bis zum Beginn der Sommerferien abgeschlossen sein sollte, jedoch ist die Baumaßnahme im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, genauer ins Regenwasser, gefallen. Mehr als 200 Liter pro Quadratmeter Regen sind im Juni gefallen und haben die Unterkonstruktion komplett aufgeweicht. „Der Wassergehalt ist nun bis zu 2,5-mal höher wie zu Beginn der Maßnahme“, berichtete Werkleiter Florian Benten. Um eine geeignete Maßnahme zur Stabilisierung des Baugrundes zu finden, wurden zu Testzwecken mehrere Probefelder angelegt. Nach Auswertung der Tests ist nun eine Lösung gefunden: Ein neues Bindemittel soll dem Boden die nötige Stabilität geben. Unmittelbar danach können die weiteren Sanierungsarbeiten fortgeführt und neue Kunstrasen eingebaut werden. Doch auch dafür braucht man eine trockene Wetterphase, so dass die Verwaltung aktuell keinen Fertigstellungstermin nennen kann. Der Stadtrat genehmigte die Mehrkosten von rund 155.000 Euro. Darin sind auch die Kosten für tiefere Drainagen auf der Waldseite, teilweise neue Barrieren und Randeinfassungen sowie das neue Bindemittel enthalten. „Immerhin konnten wir die „große Lösung“, also den Austausch großer Teile des Baugrundes, vermeiden. Dazu hätten wir mehr als 250 LKW-Ladungen Erdreich bewegen müssen“, so Benten.

Im Frühjahr 2017 sollen die Tiergartenstraße und die Gerichtsstraße in einer gemeinsamen Baumaßnahme saniert und neu gestaltet werden. Projektleiterin Christine Kirchhöfer stellte die entsprechenden Planungen vor. Danach sollen sämtliche Parkplätze erhalten bleiben, aber durch einen gepflasterten Bodenbelag von der Fahrbahn abgesetzt werden. Es werden Pflanzbeete angelegt. „Das sieht nicht nur schön aus. Es macht die Fahrbahn optisch enger, so dass die Autos automatisch etwas langsamer fahren“, berichtet Kirchhöfer aus Erfahrungen in anderen Kommunen. Im Herbst soll eine Anliegerversammlung stattfinden, in der Details der Planung gezeigt und besprochen werden.

„Riss an Riss“, beschrieb Werkleiter Florian Benten den Zustand der Fahrbahn im oberen Teil der Hunsrückstraße. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Also beschloss der Stadtrat, die Fahrbahn im Abschnitt zwischen der Koblenzer Straße und der Barbarastraße noch in diesem Herbst erneuern zu lassen. Rund neun Zentimeter wird die Deckschicht abgefräst und neu aufgetragen. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei 330.000 Euro. Der untere Straßenabschnitt bis zur Fröschpfortstraße soll in 2017 erfolgen.

Das Neubaugebiet Sonnenblumenweg im Stadtteil Eschelbach ist in zwei Bauabschnitte untergliedert: Der untere Bereich ist bereits bebaut, hier wird nun ab Herbst 2016 die Deckschicht auf die Straße aufgebracht, der Gehweg gebaut und die Straße damit fertig gestellt. In einem Zug soll dann der obere Teil des Baugebiets (parallel zur Geranienstraße) erschlossen und die neue Straße direkt fertig gebaut werden. Auch der Anschluss zur Straße „Im Baumberg“ wird dann hergestellt.

Die Sanierung und Neugestaltung der Judengasse steht schon länger auf dem Bauprogramm der Stadt für 2016. Allerdings hängt der Baubeginn vom Fortgang der Sanierung der Stadtmauer ab: Diese Maßnahme muss erst abgeschlossen sein, bevor mit dem Ausbau der Straße und der Umgestaltung des Parkplatzes in einen Stadtbalkon (mit kleinerem Parkplatz) begonnen werden kann. Allerdings will die Stadt noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Ählchen zwischen der Judengasse und der Kirchstraße nach dem Vorbild vom Vorderen Rebstock beginnen. Gegen Ende des Jahres wird es eine zweite Anliegerversammlung für die Judengasse geben. Neben diesem Maßnahmenkatalog beschloss der Stadtrat, nach den Sommerferien einen Namenswettbewerb für den neuen Platz bzw. Stadtbalkon auszuloben (Nähere Informationen dazu folgen).

Die Stadtmauer muss im Bereich zwischen dem Parkplatz an der Judengasse (oben) und der Sauertalstraße (unten) aufwändig saniert werden. Dazu wird derzeit ein Gerüst aufgebaut. Nach den ursprünglichen Planungen sollte das Gerüst auf den Fels an der Sauertalstraße aufgesetzt werden. Während der Gerüstarbeiten stellte sich heraus, dass der Fels doch zu steil und außerdem nicht ausreichend tragfähig ist. Deshalb wird nun zunächst ein Podest gebaut, auf das dann das Gerüst gestellt wird. Anschließend beginnen die eigentlichen Sanierungsarbeiten.

Das ehemalige Munitionsdepot im Stadtwald bei Horressen wird auch weiterhin für Kunst-, aber auch für Naturschutzprojekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Naturschutzverbänden genutzt. Der Verein B05 e.v. legte im Frühjahr ein Nutzungskonzept vor, auf dessen Basis nun ein neuer Pachtvertrag erarbeitet wurde. Diesem Vertrag stimmte der Stadtrat jetzt zu. Neben der Nutzung des Geländes sind darin auch Fragen des Naturschutzes im Detail geregelt: So soll der große Teil des Areals, der nicht für die Ausstellung genutzt wird, als Naturwald belassen und nicht mehr forstwirtschaftlich bearbeitet werden.

In den Vorplanungen für eine neue Kindertagesstätte neben dem Krankenhaus haben sich die Stadt und der Grundstückseigentümer, das Katholische Klinikum Koblenz-Montabaur, jetzt einen wichtigen Punkt geklärt: Die Stadt kann die Fläche auf der Basis eines Erbpachtvertrags zum Bau einer neuen Kita nutzen.

Das Restaurant in der Stadthalle Haus Mons Tabor steht seit Ende 2014 leer, die künftige Nutzung ist weiter unklar. Sowohl der Gastraum als auch die Nebenräume und die Küche müssen umfangreich modernisiert werden. Bevor das geschieht, soll möglichst ein Pächter gefunden werden, der seine Vorstellungen und sein Nutzungskonzept einbringen kann. Doch welche Ideen gibt es dafür? Eine eigens in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) empfiehlt dort ein Wirtshaus mit einfacher, deftiger Küche zu gemäßigten Preisen und mit einem Bierausschank, eventuell sogar mit Hausbrauerei. Einen solchen Betrieb gibt es in Montabaur und der näheren Umgebung nicht und die Größe der Räumlichkeiten sei ideal. Dieses Ergebnis nahm der Stadtrat zur Kenntnis. Auf Grundlage der Ergebnisse der DEHOGA-Studie werden nun konkrete Kosten für die Ausstattung der Küche ermittelt, um dann die Umbauplanung anzugehen und einen Pächter zu suchen.

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