Werbung

Nachricht vom 12.01.2016 - 07:26 Uhr    

„Erbacher Brücke“ ohne Bedeutung und doch nicht vergessen

Einstmals eine bedeutendes und geschütztes Bauwerk für die Eisenbahnerschließung im Westerwald. Seit 1971 ist der Bahnbetrieb eingestellt, aber der Reiz dieser angeblich einst „größten Betonbrücke Deutschlands“ ist erhalten geblieben.

Luftaufnahme: Reinhard Panthel

Nistertal. Es gibt kaum einen der älteren Westerwälder, der nicht schon mal zu Fuß über die „Erbacher Brücke“ gelaufen ist. Die oft zitierte „älteste Betonbrücke Deutschlands“ verband die Bahnlinie von Erbach (heute Nistertal) bis nach Bad Marienberg und weiter in Richtung Fehl-Ritzhausen.
15.000 Kubikmeter Beton und während der Bauzeit täglich zwei Waggons Zement waren für den Bau erforderlich, bis am 31. August 1911 nach sechsmonatiger Bauzeit das bedeutende Bauwerk seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Der Zahn der Zeit nagte unentwegt am Bauwerk und erforderte kostenaufwendige Reparaturen. 1957 waren bereits 10.000 Mark erforderlich, um die Betongeländer durch ein Stahlgeländer zu ersetzen und für die Nutzer abzusichern. Während der Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges war die Brücke, die für den Verkehrsknotenpunkt Erbach wichtig war, ausgesuchtes Zielobjekt für alliierte Bomber. Durch künstliches „Einnebeln“ blieb die Brücke verschont. Die Bahnhöfe entlang der Strecke Altenkirchen Richtung Westerburg – Hachenburg, Unnau und Erbach – waren als Verladebahnhöfe der V 2 („Geheimwaffe des Dritten Reiches“) ausgemachtes Militärziel.

Die Bahn stellte den Betrieb des Personenverkehrs über die Erbacher Brücke im Jahr 1971 ein. Für den Güterverkehr gab es noch Nutzungsverträge der Firmen Stahlbau Menk und Fruchtimport Schneider in Bad Marienberg, die aber wegen der ständig drohenden Sanierungskosten frühzeitig aufgekündigt wurden. Wanderer faszinierte die Höhe von vierzig Metern und so manches Leben verzweifelter Menschen endete in der Tiefe.

Heute ist die „Erbacher Brücke“ noch immer ein Wahrzeichen der „guten alten Zeit“, die eigentlich gar nicht so gut war. Aber immer noch ein beliebtes Fotomotiv, obwohl es nicht einfach ist, den „Betonklotz“ aufs Bild zu bekommen. Die vorüber fliegenden Vögel haben es leichter die Schönheiten zu erkennen. Bei einem Hubschrauberflug mit Reiner Meutsch konnte man dieses Erlebnis genießen. (Repa)


Kommentare zu: „Erbacher Brücke“ ohne Bedeutung und doch nicht vergessen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


Tag der offenen Tür am GiK

Höhr-Grenzhausen. In diesem Rahmen wird das besondere Konzept der Schule erläutert und die umfangreichen pädagogischen und ...

Muskelkraft, Großspender und ein Herzensprojekt

Hachenburg. Mit insgesamt 65.000 Euro Förderung in den Jahren 2016 und 2017 sowie aktuell 302 Mitgliedern kann man insgesamt ...

Cappella Taboris gaben Konzert in Montabaur

Montabaur. In deklamatorischer Leichtigkeit und imitativer Polyphonie erklangen mit „Die Furcht des Herren“, „Fürchte dich ...

Emmerichenhain: Straßenbauarbeiten gehen „nahtlos" weiter

Emmerichenhain. In den vergangenen fünf Wochen wurde die Fahrbahndeckschicht auf einem Teilabschnitt von rund 2.500 Meter ...

Der Waldlehrpfad Bad Marienberg in neuem Glanz

Bad Marienberg. Nun wurde in diesem Sommer festgestellt, dass diese Tafeln "in die Jahre" gekommen waren. Die Tafeln waren ...

Hurra, wir lieben noch!

Montabaur. Doch auch bei zwei Gute-Laune-Botschaftern wie Margie und Bill geht das nicht immer ohne Reibungen ab und so ist ...

Weitere Artikel


Westerwald Bank würdigt Ehrenamt der Mitarbeiter

Großholbach/Neuwied. Die Förderung des Ehrenamts wird bei der Westerwald Bank nach wie vor groß geschrieben. Maritta Hähn ...

Mit 1,86 Promille gegen Hauswand und weitergefahren

Wirges. Gegen 1:30 Uhr am Dienstagmorgen, den 12. Januar wurde die Polizei in Montabaur per Notruf von einem 47-jährigen ...

Malu Dreyer kommt nach Betzdorf

Betzdorf. Sabine Bätzing-Lichtenthäler lädt alle Bürgerinnen und Bürger am Mittwoch, 20. Januar, um 19:30 Uhr zum Neujahrsempfang ...

AfA Stegskopf erhielt Spende in Höhe von 19.000 Euro

Emmerzhausen-Stegskopf. Der DRK Kreisverband Altenkirchen konnte gestern die bisher größte Einzelspende für die AfA Stegskopf ...

Stein-Wingert: Kleines Dorf - ganz groß

Stein-Wingert. Die Gemeindeverbandsvorsitzende Christa Hülpüsch hatte etwa 20 weitere Kommunalpolitiker - unter anderem auch ...

Zehn sozialpolitische Leitlinien des Westerwaldkreises für 2016

Westerwaldkreis. Dies soll mit geeigneten Aktionen auf der Grundlage der bei vielen Veranstaltungen, Hintergrundgesprächen, ...

Werbung