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Nachricht vom 27.04.2015    

Inklusion ist kein Fremdwort im Schießsport

Der Landeskader der Sportschützen des Behindertensportverbandes Rheinland-Pfalz kommt gerne zum Training nach Höhr-Grenzhausen. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft bietet optimale Trainingsbedingungen und dies wurde beim jüngsten Training vielfach gelobt. Inklusion ist hier kein Fremdwort, der Schießsport bietet dazu viele Möglichkeiten.

Vize-Weltmeister Kevin Zimmermann aus Wissen nutzt die Trainingsmöglichkeiten mit dem Landeskader. Fotos Verein

Höhr-Grenzhausen. Kürzlich trainierte auf der Schießsportanlage der St. Sebastianus Schützengesellschaft Höhr 1859 e.V. zum wiederholten Mal der Landeskader Sportschießen des Behindertensportverbandes Rheinland-Pfalz. Dieses Training findet nach Möglichkeit einmal im Monat statt und wird auf dem Luftgewehr- und Kleinkaliberstand durchgeführt.

Die behinderten Sportschützen mit ihrem Trainer Karl-Heinz Edler und dem Fachwart für Rheinland-Pfalz, Joachim Zimmermann, kommen gern auf die Schießanlage in Höhr, da diese durch ihre Barrierefreiheit optimale Trainingsbedingungen bietet. Es gibt nur sehr wenige Schießsportanlagen in Rheinland-Pfalz, die diese Möglichkeiten haben. Die Schützen und Schützinnen kommen zum Beispiel aus Alzey oder Wissen, da liegt Höhr-Grenzhausen nicht gerade einmal um die Ecke.

Stadtbürgermeister Michael Thiesen, der sich neben dem 2. Vorsitzenden der Gesellschaft, Olaf Mayer, die Zeit genommen hatte sich über das Training des Landeskaders zu informieren, zeigte sich beeindruckt von den Leistungen, die diese Schützen erreichen. Der Trainer der Sportschützen erklärte, dass körperlich behinderte Menschen den Schießsport ebenso gut ausüben können wie nicht behinderte Schützen. Es gibt selbstverständlich verschiedene Hilfsmittel, die eingesetzt werden können, abhängig vom Grad der Behinderung. Geschossen wird nach den Regeln der ISSF (Internationaler Sportschützenverband), die Schützen des Behindertensportverbands sind Mitglieder des Deutschen Schützenbundes.

Behinderte und nichtbehinderte Schützen können ohne jegliche Probleme miteinander trainieren und auch in Wettkämpfen – national und international – zusammen in einer Mannschaft schießen. Dies beweist, dass der Schießsport ein echter Breitensport ist, der von fast jedem ausgeübt werden kann, von der Jugend bis ins hohe Alter.

Dazu kommt noch der therapeutische Wert des Schießens. Durch eine Kooperation mit der Bundeswehr werden traumatisierte Soldaten (etwa nach Einsätzen in Afghanistan) in der Behindertengruppe integriert und betreut und ihnen damit geholfen, ihre Erlebnisse besser zu bewältigen.



Nicht zuletzt sind auch die sportlichen Erfolge der Schützen zu erwähnen, die wirklich hervorragend sind. Kevin Zimmermann wurde im vergangenen Jahr Vizeweltmeister in Suhl in der Disziplin „Falling Target“ (man muss sich das ungefähr so vorstellen wie Biathlon ohne Laufen, allerdings ist hier der schlechteste Schuss eine 10,2 und es steigert sich bis zur 10,8). Mit der Mannschaft wurde er in der Disziplin Luftgewehr stehend Freihand dritter bei der WM in Suhl, nur mit 7/10 Rückstand auf den Zweiten. Nur noch zur Information: Kevin Zimmermann hat seine schießsportliche Ligakarriere beim TuS Hilgert begonnen und schießt heute mit der Mannschaft des Wissener Schützenvereins in der 2. Bundesliga, zusammen mit Sarah Roth, die Mitglied der SG Höhr ist.

Wie bei allen Sportarten brauchen auch die behinderten Sportschützen öffentliche Förderung. Wie der Fachwart Joachim Zimmermann ausführte stehen auch hier nicht genügend Mittel zur Verfügung, um alle Kosten abzudecken, sodass viel aus der privaten Kasse bezahlt werden muss, wie zum Beispiel notwendige Reisen zu Wettkämpfen oder Trainingslager.

Der Vormittag, den man zusammen mit den behinderten Schützen verbracht habe, hat uns allen neue Sichtweisen und Einblicke auf den Behindertensport ermöglicht, betonte Stadtbürgermeister Michael Tiessen in seiner Ansprache. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft und auch die Stadt Höhr-Grenzhausen seien froh, auf diesem Weg zur Inklusion beitragen zu können.

Angestrebt ist auch einmal ein gemeinsames Training von behinderten und nichtbehinderten Schützen, welches mit Sicherheit zur Stärkung der Gemeinschaft beiträgt.


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