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Kultur | Ellenhausen

Wassernixen und Seebären im Ellenhaus-Theater

Eine Frau mittleren Alters hastet mit Einkaufstüten beladen durch die Stadt. Plötzlich sieht sie am Straßenrand ein gelbes Schlauchboot liegen und steigt ein. Eine abenteuerliche Reise für die Theaterbesucher beginnt.
Wassernixen und Seebären im Ellenhaus-Theater

Nimm mich mit Kapitän auf die Reise. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Ellenhausen. Chansons, Lyrik oder Kabarett? Die Besucher des heimelig-charmanten Ellenhaus-Theaters in Ellenhausen mussten sich am Samstagabend nicht für ein Genre entscheiden. Geboten wurde ihnen alles zugleich von der stimmgewaltigen Chansonette Susanne Hoffmann. „Von Wassernixen und Seebären – Lieder und Lyrik über das Meer“ lautet der Titel ihres Ein-Frau-Musicals mit Akkordeonbegleitung.

Eine Businessfrau hastet mit schicken Einkaufstüten beladen durch die Straße, als der Anblick eines gelben Gummiboots mit Segelmast sie stutzen lässt. Zögernd steigt sie ein und wirft im selben Moment alle Hektik ab. Was sie zunächst für ein neues Incentive-Event ihres Unternehmens hält, entpuppt sich als wahnwitzige Reise zur Selbsterkenntnis.

Los geht die Fahrt mit dem bekannten Schlager „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“, es folgt eine melancholische Phase mit Lyrik der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Die Regieanweisungen für Zeiten- und Stimmungswechsel entnimmt die Managerin einem Heft, das sich in dem Gummiboot befindet. So denkt sie sich in die Rolle der Brecht-Tochter und interpretiert sehr gefühlvoll das Lied der „Seeräuber-Jenny“.

Es folgen bekannte Seemannsballaden, die das Publikum zum Mitsingen animieren und Shanties im Wechsel mit dramatischen und romantischen Gedichten. Skurril wirkt die Umkleideszene, bei der das kleine Segel als Sichtschutz herhält, während die Dame in ein Abendkleid und Stöckelschuhe schlüpft und zugleich Charles Trenets Chanson „La Mer“ singt.

Mit dem Wetter ändert sich die Stimmung und die Frau philosophiert über die Notwendigkeit des Wechsels: „Leben heißt, sich ohne Ende wandeln, wer am Alten hängt, der wird nicht alt.“ Selbsterkenntnis und Lebensweisheit amüsant dargeboten.

Im Ellenhaus-Theater gibt es am Sonntag, den 16. September um 19.30 Uhr „Wunder vom Dach“ mit Zauberkünstler Alexander Merk. Helmi Tischler-Venter
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