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Zahl der Arbeitslosen steigt deutlich an

Im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur steigt die Zahl der Arbeitlosen deutlich an. Frostige Zeiten, aber kein Anlass zur Sorge, betont Agenturchef Elmar Wagner. Es sei saisonal bedingt und im Vergleich zum Vorjahr stehe die Region deutlich besser da. 7557 Menschen sind ohne Arbeit.
Westerwaldkreis. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur klettert auf 4,4 Prozent. Das Jahr beginnt, und die Arbeitslosigkeit steigt: Dieser Turnus bleibt auch 2012 ungebrochen. Von Dezember auf Januar kletterte die Zahl der Menschen, die im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur ohne Job sind, um 1021 auf 7557 Personen. In der Arbeitslosenquote machte sich dies mit einem Schub um 0,6 auf jetzt 4,4 Prozent bemerkbar.

Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit, sieht darin keinen Anlass zu erhöhter Sorge: "Der Anstieg fällt sogar etwas niedriger aus als in den drei Vorjahren", erklärt er, "und alles deutet darauf hin, dass er saisonal bedingt ist. Im Winter gibt es vor allem in den Außenberufen, aber auch im Hotel- und Gaststättengewerbe weniger zu tun. Außerdem laufen zum Quartalsende befristete Verträge aus; die Betroffenen müssen sich arbeitslos melden".
Wagner spricht von einer "Durchgangsarbeitslosigkeit", die mit der Frühjahrsbelebung und dank der anhaltend guten Konjunktur in absehbarer Zeit wieder ausgeglichen werden dürfte.

Die Statistik stützt diese Annahme. Im Laufe des zurückliegenden Monats meldeten sich 2138 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Auf der anderen Seite kamen 3159 hinzu; von ihnen war etwa die Hälfte zuvor erwerbstätig.

Die negative Entwicklung ging zu Lasten der Männer. Ihr Anteil an den mehr als 1000 Personen, um die der Bestand sich erhöhte, liegt bei über 700, der der Frauen bei unter 300. Dies spricht für die jahreszeitliche Flaute der wetterab­hängigen Branchen, die in deutlicher Überzahl Männer beschäftigen. Bezeich­nend ist auch, dass der Schwerpunkt bei den Kunden der Arbeitsagentur lag, also denjenigen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld I als Leistung der

Versicherung haben, in der sie dank vorangegangener Berufstätigkeit einge­zahlt haben. Die Menschen, die von der Grundsicherung (Hartz IV) leben und von den Jobcentern betreut werden, waren deutlich schwächer betroffen.

„Dies alles passt ins gewohnte Bild zum Jahresauftakt“, sagt Elmar Wagner. „Wichtig und aussagekräftig für die Einschätzung des Arbeitsmarkts ist der Vergleich zum Vorjahr. Und der fällt positiv aus.“ So gibt es derzeit knapp 1200 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr, als die Quote noch bei 5,1 Prozent lag. Unmittelbar nach der Wirtschaftskrise hatten überwiegend diejenigen wieder Jobs gefunden, die zuvor wegen der schlechten Auftragslage gekündigt wor­den waren. Nun stellt Wagner fest: „Inzwischen profitieren auch die Menschen in der Grundsicherung, die oft lange ohne Job sind und Vermittlungshemmnis­se mitbringen, von der stabilen Konjunktur. Allein in diesem Bereich haben wir 556 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Das ist überaus erfreulich.“

Der Jahreszeit entsprechend geht es auf dem Stellenmarkt ruhiger zu. Im Ja­nuar wurden der Agentur exakt 500 Jobs gemeldet; das sind 48 weniger als im Vormonat, jedoch 44 mehr als vor einem Jahr. Der Bestand bleibt hoch; er liegt mit 1325 Offerten 53 über dem Vormonat und 182 über dem Vorjahresmonat – ein deutliches Indiz für den Bedarf an Fachkräften, der in etlichen Branchen nur schwer zu decken ist.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt sich weiterhin positiv. Jetzt liegen die Zahlen für das zweite Quartal 2011 (Stichtag 30. Juni) vor. Demnach hatten im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur 88.354 Männer und Frauen Jobs mit Sozialabgaben. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2010 ist das ein Plus von 2,6 Prozent, das leicht über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt (2,5 Prozent) liegt. Zu den Gewinnern zählen mit je­weils 6,2 Prozent Zuwachs das verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeit. Wie das Wirtschaftswachstum insgesamt verlor auch die Beschäftigungsentwicklung im vergangenen Jahr an Fahrt. Der Zuwachs vom 1. aufs 2. Quartal 2011 betrug nur noch 0,2 Prozent.

Um Transparenz zu bieten, veröffentlicht die Arbeitsagentur zusätzlich zur Ar­beitslosenquote allmonatlich die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht alle Personen ein, die arbeitsmarktpolitisch gefördert werden und in dieser Zeit statistisch nicht als arbeitslos zählen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt derzeit bei 5,9 Prozent – nach 5,4 im Dezember und glatten 7 Prozent im Januar 2011.

Abschließend ein Blick auf die beiden Landkreise, die der Agenturbezirk Montabaur umfasst. Hier wie dort stieg die Arbeitslosenquote im Monatsverlauf um 0,6 auf 4,4 Prozent. Das heißt, das im Westerwaldkreis derzeit 4713 Men­schen ohne Job sind – 637 mehr als im Dezember, aber 811 weniger gegen­über Januar 2011, als die Quote bei 5,1 Prozent lag. An Rhein und Lahn sind aktuell 2844 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 384 mehr als im Dezember und 382 weniger als im Januar 2011; damals wurde eine Quote von 5 Prozent errechnet.
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